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ArbeitsmarktĂśkonomik
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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Die ArbeitsmarktÜkonomik ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften, die sich aus Ükonomischer Sicht mit der Funktionsweise von Arbeitsmärkten befasst. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist dabei das Angebot an und die Nachfrage nach Arbeit als essenziellem Produktionsfaktor. Im Fokus der Disziplin stehen zu diesem Zweck beispielsweise die Faktoren und Mechanismen, durch die die Entscheidung zur Arbeitsaufnahme, die Wahl des individuellen Arbeitseinsatzes, die LohnhÜhe sowie die HÜhe der Arbeitslosigkeit beeinflusst werden.
Contents
⢠Kritik
⢠Diskussion
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Anmerkungen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Die neoklassische Theorie
Im Standardmodell der neoklassischen Theorie folgt der Arbeitsmarkt denselben Regeln wie ein klassischer Gßtermarkt und lässt sich analog dazu ebenfalls durch Angebots- und Nachfragekurven charakterisieren. Der Verlauf der Kurven ist von den individuellen Präferenzen der Arbeitsanbieter (Haushalte) und der Arbeitsnachfrager (Unternehmen) abhängig, wobei im einfachsten Modell von folgenden Voraussetzungen ausgegangen wird:cite-ref-1[1]
⢠Auf dem Arbeitsmarkt bestehen weder Marktzutrittsbarrieren noch andere Wettbewerbsbeschränkungen.
⢠Die Arbeitskraftanbieter sind homogen: Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Produktivität nicht und sind aus diesem Grund vollständig substituierbar (austauschbar). Zudem existiert keinerlei Diskriminierung.
⢠Der Arbeitsmarkt ist transparent: Alle Akteure (Arbeitsanbieter und -nachfrager) verfĂźgen stets Ăźber vollständige Information, wissen also zu jedem Zeitpunkt Ăźber die aktuelle und zukĂźnftige Marktsituation Bescheid. Dies schlieĂt beispielsweise ein, dass sowohl Haushalten als auch Unternehmen der markträumende Anspruchslohn fĂźr eine Stelle bekannt ist.
⢠Die Anpassungsprozesse sind unendlich schnell und werden nicht durch Rigiditäten oder Friktionen beeinflusst. Angebot bzw. Nachfrage reagieren also beispielsweise sofort auf Preisveränderungen.
⢠Die Arbeitsanbieter sind vollständig mobil (und mobilitätsbereit), sodass Raumfaktoren keinerlei Relevanz fßr ihre Angebotsentscheidung besitzen.
⢠Es gibt keine Transaktionskosten. Hiermit werden insbesondere auch Kosten fßr die Informationsbeschaffung (zum Beispiel ßber offene Stellen) ausgeschlossen.
Das Arbeitsangebot
Dem Arbeitsanbieter steht grundsätzlich eine Vielzahl von MĂśglichkeiten zur VerfĂźgung, sein Zeitbudget aufzuteilen. Die denkbaren Aktivitäten kĂśnnen zur besseren Erfassbarkeit in verschiedene âZeit(verwendungs)-Gruppenâ unterteilt werden, worunter beispielsweise Erwerbsarbeitszeit, Hausarbeitszeit, Regenerationszeit und Freizeit fallen.cite-ref-2[2] Zur Vereinfachung wird gewĂśhnlich nur zwischen Arbeit und Freizeit als Alternativen unterschieden, wobei der Begriff âArbeitâ fĂźr Erwerbsarbeit und âFreizeitâ fĂźr alle anderen Aktivitäten steht.cite-ref-3[3]
Ein Akteur wählt diejenige Zeitallokation, die ihm den grĂśĂtmĂśglichen Nutzen bringt (Prinzip der Nutzenmaximierung).
Bestimmung des individuellen Arbeitsangebots
Ein individueller Akteur setzt sein (beliebig teilbares) Zeitbudget T {\displaystyle T} stets entweder fĂźr Arbeit H {\displaystyle H} oder Freizeit F {\displaystyle F} ein. Die persĂśnliche Freiheit, seine Zeit fĂźr verschiedene Verwendungszwecke einzuteilen, unterliegt daher der Zeitrestriktion
T = H + F {\displaystyle T=\!\,H+F} . ( T {\displaystyle T} : Gesamtzeitbudget in Stunden, H {\displaystyle H} : Arbeitszeit in Stunden, F {\displaystyle F} : Freizeit in Stunden)
Neben dieser Zeitrestriktion besteht eine zweite Einschränkung, die Budgetrestriktion. Sie lässt sich als
C ⤠⤠W â
â
H + G {\displaystyle C\leq W\cdot H+G} ( C {\displaystyle C} : Konsumausgaben in Euro, W {\displaystyle W} : Lohn in Euro / Stunde, G {\displaystyle G} : Nichtlohneinkommen in Euro)
formulieren (aus GrĂźnden der Ăbersichtlichkeit wurden alle Preise auf 1 normiert, sodass Nominal- und Realeinkommen identisch sind).cite-ref-4[4] Da nur eine Periode betrachtet und von einem positiven Grenznutzen des Einkommens ausgegangen wird, gilt fĂźr die Budgetgleichung eines nutzenmaximierenden Arbeitsanbieters C = W â
â
H + G {\displaystyle C=W\cdot H+G} (das gesamte Geldeinkommen wird ausgegeben). Die resultierende Budgetgerade weist die Steigung d C / d F = â â W {\displaystyle \mathrm {d} C/\mathrm {d} F=-W} auf. Als Nutzenmaximierer lĂśst der Arbeitsanbieter somit das Maximierungsproblem
max C , F U = U ( C , F ) {\displaystyle {\underset {C,F}{\operatorname {max} }}\;U=U(C,F)}
unter der Nebenbedingung C = W â
â
( T â â F ) + G {\displaystyle C=W\cdot (T-F)+G} , wobei U {\displaystyle U} quasi-konkav und stetig differenzierbar sei.cite-ref-5[5] Diejenigen Freizeit-Konsum-Kombinationen, die dasselbe Nutzenniveau stiften, bilden eine (streng monoton fallende und konvexe) Indifferenzkurve.cite-ref-6[6] FĂźr diese gelten die klassischen Eigenschaften, insbesondere steigt das Nutzenniveau von Einkommen-Freizeit-Kombinationen mit zunehmender Entfernung der jeweiligen Kurve vom Ursprung. Bei einem maximal erreichbaren Einkommen von Y 1 {\displaystyle Y_{1}} markiert im Schaubild der Punkt A 1 {\displaystyle A_{1}} den nutzenmaximalen Arbeitseinsatz. Die Steigung der Indifferenzkurve entspricht dort derjenigen der Budgetgerade; hierzu identisch lässt sich auch formulieren, dass das Grenznutzenverhältnis von Freizeit und Konsum dem Lohn W {\displaystyle W} entspricht.cite-ref-7[7] Anders formuliert: âDas âsubjektiveâ Austauschverhältnis zwischen den beiden GĂźtern ist gleich dem âobjektivenâ Austauschverhältnis, welches durch die HĂśhe des Lohnsatzes angegeben wird.âcite-ref-8[8] In Punkt A 1 {\displaystyle A_{1}} liegt somit das Haushaltsgleichgewicht.
Die vorangegangenen Betrachtungen implizieren fßr das neoklassische Standardmodell als Ganzes die Existenz individueller ReservationslÜhne, womit derjenige Lohnsatz bezeichnet wird, welcher mindestens erforderlich ist, um zur Aufnahme einer (weiteren) Stunde Arbeit zu motivieren. Der Reservationslohn entspricht somit gerade der Grenzrate der Substitution im tiefsten Punkt der Budgetgerade; er ist im obigen Modell einzig abhängig von der konkreten Gestalt der Nutzenfunktion U {\displaystyle U} sowie der HÜhe des Nichtlohneinkommens G {\displaystyle G} , wobei er von diesem positiv abhängig ist (sofern Freizeit ein normales Gut ist).
Reaktion auf Lohn- und Einkommensänderungen
Bei einer LohnerhĂśhung sind fĂźr einen Arbeitnehmer zwei Reaktionen denkbar. Er kann zum einen sein Arbeitsangebot ausweiten, also mehr arbeiten und dafĂźr auf einen Teil seiner Freizeit verzichten. Ăkonomisch ist dies mit den Opportunitätskosten der Freizeit begrĂźndbar: Steigt der angebotene Lohn, wird es relativ teurer, nicht zu arbeiten. Dieser Effekt wird als Substitutionseffekt bezeichnet, weil der Arbeitsanbieter Freizeit durch Arbeit substituiert (ersetzt). Eine zweite denkbare Reaktion ist die Einschränkung des Arbeitsangebotes â der Lohnzuwachs gibt dem Arbeiter die MĂśglichkeit, sich anderen GĂźtern zuzuwenden (Urlaub, Familie etc.). Hierbei handelt es sich um den Einkommenseffekt. Der Einkommenseffekt bei einer LohnerhĂśhung unterscheidet sich von einem Einkommenseffekt auf einem klassischen GĂźtermarkt dergestalt, dass sich das monetäre Einkommen eines Akteurs (qua definitionem) verändert, während dies bei entsprechenden Preisänderungen auf anderen Märkten nicht der Fall ist.
Aus diesem Grund kann man den Einkommenseffekt in einen ânormalenâ oder âreinenâ Einkommenseffekt und einen âzusätzlichenâ Einkommenseffekt (endowment income effect) zerlegen.cite-ref-9[9] Ersterer ist hinsichtlich einer LohnerhĂśhung aufgrund der Annahme der Normalität von Freizeit immer negativ, was leicht einzusehen ist, wenn man sich vorstellt, dass statt des Lohneinkommens das Nichtlohneinkommen erhĂśht wĂźrde. Das Vorzeichen des letzteren ist hingegen nicht bestimmt, sodass eine ErhĂśhung des Lohnsatzes theoretisch auch durchaus zur Einschränkung der Arbeitszeit fĂźhren kann, obwohl Arbeit an sich ein normales Gut ist.cite-ref-10[10] Tatsächlich ist davon auszugehen, dass die Stärke des Einkommenseffektes eng mit der HĂśhe des Einkommens zusammenhängt, das der Akteur bislang bezogen hat: ErhĂśht sich der Lohn, steigt zunächst auch das Arbeitsangebot, ab einem Reallohn w Ⲡ{\displaystyle w'} verringert es sich dann jedoch wieder. Dies impliziert fĂźr Angebotskurven mitunter halbkreisartige, rĂźckwärtsgebogene Verläufe (backward-bending labor supply curve).cite-ref-11[11] In der Literatur wird diese Unterteilung des Einkommenseffektes meist nicht vorgenommen und man spricht schlicht von einem in seiner Wirkrichtung unbestimmten Gesamteffekt.
Die Auswirkung einer Lohnänderung auf den Arbeitseinsatz lassen sich mittels der (Marshallâschen) Elastizität des Arbeitsangebots Ďľ Ďľ {\displaystyle \epsilon } beziffern. Sie ist definiert als
Ďľ Ďľ = Î Î H â â / H â â Î Î W / W = Î Î H â â Î Î W â
â
W H â â {\displaystyle \epsilon ={\frac {\Delta H^{*}/H^{*}}{\Delta W/W}}={\frac {\Delta H^{*}}{\Delta W}}\cdot {\frac {W}{H^{*}}}}
und gibt die prozentuale Ănderung der Arbeitszeit an, die eine einprozentige Lohnänderung nach sich zieht. Dominiert der Substitutionseffekt, gilt wegen Î Î H / Î Î W < 0 {\displaystyle \Delta H/\Delta W<0} auch Ďľ Ďľ > 0 {\displaystyle \epsilon >0} , ein Ăberwiegen des Einkommenseffektes impliziert dementsprechend Ďľ Ďľ < 0 {\displaystyle \epsilon <0} .cite-ref-12[12]
Erweiterungen
In der Literatur werden vielerlei Erweiterungen des klassischen Modellrahmens angeregt. Eine modellierbare Unzulänglichkeit des Grundmodells besteht beispielsweise darin, dass sich aufgrund der dichotomen âZeitverwendungsgruppenâ Unterschiede in den Präferenz- und Nutzenstrukturen von Aktivitäten im Bereich des Nichtlohneinkommens unberĂźcksichtigt bleiben. Dies beinhaltet insbesondere die Tatsache, dass Haushalte einen erheblichen Teil ihrer Zeit fĂźr produktive Tätigkeiten aufwenden (man denke an Kochen [in Substitutionsbeziehung zum Restaurantbesuch] oder auch Schlafen [als Bedingung fĂźr die erfolgreiche Erwerbsarbeit]). Gary Becker (1965cite-ref-13[13]) versucht in diesem Lichte, das Modell der Realität durch die EinfĂźhrung einer Produktionskomponente im Nutzenmaximierungsproblem stärker anzunähern. Die verschiedenen Aktivitäten eines Haushalts kĂśnnen so ihrerseits positiv oder negativ in das EntscheidungskalkĂźl einflieĂen. Ein anderer Teil der Literatur versucht, die Rolle familiärer Strukturen in das Modell miteinzubeziehen. Beispielsweise kann man hierzu individuelle Budgetrestriktionen aggregieren und/oder die individuellen Nutzen der Familienmitglieder aggregieren, sodass nur noch der Gesamtnutzen unter Beschränkung des Gesamtbudgets maximiert wird. Pierre-AndrĂŠ Chiappori regte zum Beispiel in mehreren Arbeitencite-ref-14[14] ein Kollektivmodell an, in dem die Haushaltsmitglieder zwar individuell ihren Nutzen maximieren, dieser aber auch vom individuellen Nutzen anderer Haushaltsmitglieder abhängig ist, sodass es effektiv zu einer gewissen Aufteilung individueller Risiken kommt.
Eine weitere Gruppe von Erweiterungsansätzen setzt an der Linearität der Budgetbeschränkung ein. In der Realität wird es hieran in aller Regel fehlen, da beispielsweise progressiv erhobene Steuern die Budgetbeschränkung endogenisieren, dergestalt dass die realisierbare Budgetmenge nunmehr als eine Funktion der Arbeitszeit behandelt werden muss.cite-ref-15[15]
Die Arbeitsnachfrage
Der Arbeitsnachfrager folgt der Maxime der Gewinnmaximierung. Wie auch bei der Theorie des Arbeitsangebots werden bereits durch diese Grundannahme viele Akteure ausgeblendet, darunter beispielsweise Non-Profit-Organisationen oder auch der Staat.cite-ref-16[16] Arbeit ist fßr eine Unternehmung einer der Produktionsfaktoren und wird mit anderen Faktoren wie Kapital so kombiniert, dass ein mÜglichst hoher Gewinn abfällt. Arbeit verfßgt ßber ein positives Grenzprodukt, d. h. eine zusätzliche Einheit Arbeit ist stets geeignet, den Output des Arbeitsnachfragers zu erhÜhen. Ob ein Arbeiter jedoch ßberhaupt eingestellt wird, ist zum einen abhängig von den entstehenden Lohnkosten, zum anderen aber auch von den Kosten anderer Produktionsfaktoren (zum Beispiel Kapital) sowie weiteren spezifischen Einzelfaktoren, die den Absatz der Firma bestimmen (beispielsweise der Produktivität eines Arbeitnehmers).cite-ref-17[17]
Bestimmung der individuellen Arbeitsnachfrage in kurzer Frist
Als relevant fĂźr die Arbeitsnachfrageentscheidung werden in der Regel die Inputfaktoren Kapital und Arbeit betrachtet. Da auf kurze Frist Ăźblicherweise der Kapitalstock und andere Einflussfaktoren wie die BetriebsgrĂśĂe als konstant angenommen werden,cite-ref-18[18] ist Arbeit in kurzer Frist der einzige variable Produktionsfaktor. Hieraus folgt die allgemeine kurzfristige Produktionsfunktion F ( L ) = Q ( K ÂŻ ÂŻ , L ) {\displaystyle F(L)=Q({\overline {K}},L)} , fĂźr die annahmegemäà die folgenden Eigenschaften gelten:cite-ref-19[19]
⢠Zunächst drei typisch neoklassische Eigenschaften:
(1) Arbeit ist ein notwendiger Produktionsfaktor. Dies folgt der generellen Annahme, dass eine Firma ohne den Einsatz eines einzigen Arbeiters keinerlei GĂźter herstellen kann. F ( 0 ) = 0 {\displaystyle F\!\,(0)=0}
(2) Arbeit hat ein positives Grenzprodukt, das heiĂt der Output einer Firma steigt mit zunehmendem Arbeitseinsatz: F Ⲡ( L ) > 0 {\displaystyle F\!\,'(L)>0}
(3) Das Grenzprodukt nimmt bei zunehmendem Arbeitseinsatz ab â in Verbindung mit der zuvor genannt Bedingung bedeutet das also, dass zwar jeder weitere Arbeiter die Produktion eines Unternehmens erhĂśht, diese Mehrproduktion aber immer geringer wird, je mehr Arbeiter bereits beschäftigt sind: F âł ( L ) < 0 {\displaystyle F\!\,''(L)<0}
⢠Eine Shutdown-Bedingung:
(4) Es findet sich auf dem Arbeitsmarkt stets ein Arbeitnehmer, dessen physisches Grenzprodukt ausreichend hoch ist, um den Reallohn zu decken. Dies fĂźhrt auf F Ⲡ( 0 ) â â w > 0 {\displaystyle F\!\,'(0)-w>0}
⢠SchlieĂlich die so genannte Inada-Bedingung:
(5) Die Unternehmung kann nicht unbegrenzt Gewinn erwirtschaften, indem sie den Arbeitsinput erhĂśht: lim L â â â â F Ⲡ( L ) = 0 {\displaystyle \lim _{L\to \infty }F\!\,'(L)=0}
FĂźr die Bestimmung der Wirkmechanismen der Arbeitsnachfrage ist entscheidend, welche Annahmen Ăźber den Arbeitsmarkt und Ăźber den Absatzmarkt des produzierten Gutes getroffen werden. Zunächst wird im Folgenden von einem Unternehmen ausgegangen, das in einem kompetitiven Arbeits- und GĂźtermarktumfeld operiert (im nachfolgenden Abschnitt âFormen unvollständigen Wettbewerbsâ werden diese Annahmen dann sukzessive aufgegeben). Konkret bedeutet dies, dass zum einen der Lohn nicht von der Einstellungsentscheidung des Unternehmens abhängig ist, zum anderen dass auch der GĂźterpreis P {\displaystyle P} nicht dadurch beeinflusst werden kann, wie viel der einzelne Akteur produziert. Ein Unternehmen, die in einem solchen Umfeld produziert, folgt dann beispielsweise der Gewinnfunktion
Î Î K ÂŻ ÂŻ , L = P â
â
F ( L ) â â Umsatz â â W â
â
L â â Arbeitskosten â â ( R â
â
K ÂŻ ÂŻ + T ) â â Fixkosten {\displaystyle {\underset {{\overline {K}},L}{\Pi }}=\!\,\underbrace {P\cdot F(L)} _{\text{Umsatz}}-\underbrace {W\cdot L} _{\text{Arbeitskosten}}-\underbrace {(R\cdot {\overline {K}}+T)} _{\text{Fixkosten}}} ( Î Î {\displaystyle \Pi } : Gewinn, K {\displaystyle K} : Kapital [hier konstant], L {\displaystyle L} : Arbeitseinsatz, P {\displaystyle P} : Preis einer GĂźtereinheit, F {\displaystyle F} : Absatzmenge, W {\displaystyle W} : Lohn / Stunde, R {\displaystyle R} : Kapitalnutzungskosten, T {\displaystyle T} : Steuern/Abgaben etc.)
Notwendig fĂźr ein Maximum ist dann:
Î Î L = P â
â
F Ⲡ( L ) â â W = 0 {\displaystyle \Pi _{L}=P\cdot F\!\,'(L)-W=0} cite-ref-20[20] â â W = P â
â
F Ⲡ( L ) {\displaystyle \Rightarrow W=P\cdot F\!\,'(L)}
P â
â
F Ⲡ( L ) {\displaystyle P\cdot F\!\,'(L)} â also das Produkt aus Absatzpreis und dem physischen Grenzprodukt der Arbeit â wird dabei als Wertgrenzprodukt der Arbeit (englisch value of the marginal product) bezeichnet.cite-ref-21[21] Da das physische Grenzprodukt definitionsgemäà derjenigen Produktionsmenge entspricht, die eine zusätzliche Einheit Arbeit hervorbringen wĂźrde, beschreibt das Wertgrenzprodukt der Arbeit den Umsatz, den das Unternehmen durch Einsatz einer weiteren Arbeitseinheit erzielen kĂśnnte. Aus der Gleichung folgt, dass das Wertgrenzprodukt der Arbeit im Optimum dem Lohn W {\displaystyle W} entsprechen muss. Liegt es darĂźber, bringen neue Arbeiter eine Gewinnsteigerung mit sich, liegt es darunter, wäre ein neues Arbeitsverhältnis offensichtlich nicht mehr rentabel und die Firma wĂźrde demgemäà so lange Arbeiter einstellen bzw. entlassen, bis das Wertgrenzprodukt der Belegschaft dem Belegschaftslohn entspricht. Entsprechend ist die Kurve des Wertgrenzprodukts auf kompetitiven Märkten â wie in der Abbildung verdeutlicht â aufgrund der exogenen Gegebenheit des Lohnes mit der Arbeitsnachfragekurve identisch.
Betrachtet man die Auswirkungen einer LohnerhĂśhung auf die nachgefragte Arbeit, so ist der Effekt unmittelbar aus den getroffenen Annahmen ersichtlich â die Arbeitsnachfrage sinkt. Im Fall der Arbeitsnachfrage gibt es also anders als beim Arbeitsangebot keine zwei konträren quantitativen Effekte.
Monopolistische Strukturen
Gibt man die Annahme der vollständigen Konkurrenz auf dem Gßtermarkt auf, ist der Preis nicht mehr fix vorgegeben; vielmehr nimmt das Unternehmen durch die von ihm produzierte Gßtermenge nun direkten Einfluss auf den Marktpreis. Hierbei handelt es sich um eine Form von Monopolmacht, sodass neu P = P ( Q ) {\displaystyle P=P(Q)} (wobei weiterhin Q = F ( L ) {\displaystyle Q=F(L)} ). Fßr die Gewinnfunktion gilt demnach
Î Î K ÂŻ ÂŻ , L = P [ F ( L ) ] â
â
F ( L ) â â Umsatz â â W â
â
L â â Arbeitskosten â â ( R â
â
K ÂŻ ÂŻ + T ) â â Fixkosten {\displaystyle {\underset {{\overline {K}},L}{\Pi }}=\!\,\underbrace {P[F(L)]\cdot F(L)} _{\text{Umsatz}}-\underbrace {W\cdot L} _{\text{Arbeitskosten}}-\underbrace {(R\cdot {\overline {K}}+T)} _{\text{Fixkosten}}} ,
im Maximum mithin notwendig (und auch hinreichend)
Î Î L = F Ⲡ( L ) â
â
P Ⲡ[ F ( L ) ] â
â
F ( L ) + P [ F ( L ) ] â
â
F Ⲡ( L ) â â W = 0 {\displaystyle \Pi _{L}=F'(L)\cdot P\!\,'[F(L)]\cdot F(L)+P[F(L)]\cdot F\!\,'(L)-W=0} âš âš W = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) + Q â
â
Q Ⲡ( L ) â
â
P Ⲡ( Q ) {\displaystyle \implies W=P(Q)\cdot F\!\,'(L)+Q\cdot Q\!\,'(L)\cdot P\!\,'(Q)}
Ein äquivalentercite-ref-22[22] Ausdruck hierfßr eignet sich besser fßr die Betrachtung der Unterschiede zum Modell mit vollkommenem Wettbewerb:
W = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) â
â
( 1 + 1 Ρ Ρ ) {\displaystyle W=P(Q)\cdot F\!\,'(L)\cdot \left(1+{\frac {1}{\eta }}\right)} ( Ρ Ρ {\displaystyle \eta } : Elastizität der Nachfrage auf dem Absatzmarkt)
Die vorstehende Bedingung fĂźr den gewinnmaximierenden Lohn in einem Arbeitsmarkt monopsonistischer Prägung ist das funktionale Ăquivalent zum Wertgrenzprodukt bei vollständigem Wettbewerb; es unterscheidet sich von diesem einzig durch den Elastizitätsfaktor ( 1 + 1 / Ρ Ρ ) {\displaystyle (1+1/\eta )} . Tatsächlich handelt es sich bei dem resultierenden Ausdruck fĂźr W {\displaystyle W} um eine verallgemeinerte Form des Wertgrenzprodukts im vollkommenen Wettbewerb und man bezeichnet den Ausdruck generell als GrenzerlĂśsprodukt (marginal revenue product, MRP). Eine Verallgemeinerung liegt deshalb vor, weil auf einem kompetitiven Markt gerade P ( Q ) = Q {\displaystyle P(Q)=Q} und Ρ Ρ â â â â â â {\displaystyle \eta \rightarrow -\infty } gilt, sodass sich das GrenzerlĂśsprodukt unmittelbar in seine spezielle Ausprägung des Wertgrenzproduktes ĂźberfĂźhren lässt.
Damit impliziert das neoklassische Standardmodell fĂźr Fälle unvollständigen Wettbewerbs zugleich eine geringere Arbeitsnachfrage als im kompetitiven Fall. Dies deshalb, weil im Fall von unvollständigem Wettbewerb stets auf dem elastischen Teil der Nachfragekurve produziert wird â da die Nachfrageelastizität Ρ Ρ {\displaystyle \eta } dann aber stets negativ ist, ist auch das GrenzerlĂśsprodukt stets geringer als das Wertgrenzprodukt.cite-ref-23[23] Die intuitive Erklärung fĂźr diese Tatsache besteht darin, dass die Einstellung eines zusätzlichen Arbeiters zugleich zu einer ErhĂśhung des Outputs fĂźhrt. Wenn das Unternehmen auf dem Absatzmarkt aber Ăźber Preissetzungsmacht verfĂźgt, wird die Ausweitung der Produktion nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage den Absatzpreis verringern ( P ( Q ) {\displaystyle P(Q)} fällt in Q {\displaystyle Q} ). Die Einstellung von zusätzlichen Arbeitnehmern ist folglich nicht mehr so lukrativ.
Monopsonistische Strukturen
Ein viel beachteter Sonderfall des nicht kompetitiven Arbeitsmarktumfeldes stellt das Monopson (auch: âNachfragemonopolâ) dar, bei dem es lediglich einen Arbeitsnachfrager gibt. Während bei vollkommenem Wettbewerb das Unternehmen als âPreisnehmerâ in Bezug auf den Lohnsatz W {\displaystyle W} agiert â es also auf individueller Ebene mit einer horizontalen Arbeitsangebotskurve konfrontiert ist, bei der jede marginale Lohnsatzsenkung unter den Marktlohn den Verlust der Belegschaft mit sich brächte â, besteht bei Formen des monopsonistischen Wettbewerbs ein direkter Einfluss auf den sich auf dem Markt bildenden Lohn. Der Lohn ist folglich neu eine Funktion der nachgefragten Arbeitsmenge: W = W ( L ) {\displaystyle W=W(L)} . Dabei gilt zudem W Ⲡ( L ) > 0 {\displaystyle W'(L)>0} , es liegt also eine steigende Arbeitsangebotskurve vor.
Analog zu obigem Fall gilt im Monopsonmodell fĂźr die Gewinnfunktion neu
Î Î K ÂŻ ÂŻ , L = P â
â
F ( L ) â â Umsatz â â W ( L ) â
â
L â â Arbeitskosten â â ( R â
â
K ÂŻ ÂŻ + T ) â â Fixkosten {\displaystyle {\underset {{\overline {K}},L}{\Pi }}=\!\,\underbrace {P\cdot F(L)} _{\text{Umsatz}}-\underbrace {W(L)\cdot L} _{\text{Arbeitskosten}}-\underbrace {(R\cdot {\overline {K}}+T)} _{\text{Fixkosten}}}
und im Maximum notwendig (und auch hinreichend)
Î Î L = P â
â
F Ⲡ( L ) â â [ W Ⲡ( L ) â
â
L + W ( L ) ] = 0 {\displaystyle \Pi _{L}=P\cdot F\!\,'(L)-[W\!\,'(L)\cdot L+W(L)]=0} âš âš P â
â
F Ⲡ( L ) = W Ⲡ( L ) â
â
L + W ( L ) {\displaystyle \implies P\cdot F\!\,'(L)=W\!\,'(L)\cdot L+W(L)}
Das Wertgrenzprodukt der Arbeit muss also gerade den Grenzkosten der Arbeit entsprechen. FĂźr den Lohnsatz W {\displaystyle W} lassen sich daraus im Vergleich zum kompetitiven Fall wichtige Aussagen treffen. Weil W Ⲡ( L ) â
â
L > 0 {\displaystyle W\!\,'(L)\cdot L>0} gemäà den Voraussetzungen, ist der Lohn W ( L ) {\displaystyle W(L)} im Umfeld eines Monopsons oder monopsonistischer Konkurrenz offensichtlich geringer als bei vollständigem Wettbewerb.
Dies ist ein generelles Resultat. Intuitiv besteht die Erklärung darin, dass die Arbeitsnachfrageentscheidung bei vollständiger Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt den Marktlohn nicht beeinflusst; kommt der Firma aber wie im Monopsonfall Marktmacht zu, steigert eine hÜhere Nachfrage des Monopsonisten entsprechend den Gesetzen von Angebot und Nachfrage auch den Preis des nachgefragten Gutes, der im Falle von Arbeit eben gerade im Lohn besteht. Dieser Effekt wirkt sich wiederum negativ auf den Gewinn des Unternehmens aus, weshalb die Arbeitsnachfrage eines Monopsonisten auch hinter der eines Akteurs bei vollständiger Konkurrenz zurßckbleibt. Da der Lohnsatz aber in der Arbeitsnachfrage steigt, stellt der Monopsonist nicht nur weniger Arbeiter ein als dies im vollkommenen Wettbewerb der Fall wäre, sondern entlohnt die Belegschaft zusätzlich auch noch geringer.
Ein sozialer Planer kann den negativen Effekten eines Monopsons auf Beschäftigung und Lohn grundsätzlich durch die EinfĂźhrung eines Mindestlohns beikommen. Wie man grafisch der Abbildung entnehmen kann, fĂźhrt ein Mindestlohn in HĂśhe von w min {\displaystyle w_{\text{min}}} zu einer Ănderung der Grenzkostenstruktur. In jenem Bereich, in dem die Faktorgrenzkosten Ăźber dem Wertgrenzprodukt bzw. GrenzerlĂśsprodukt liegen, setzt ein Mindestlohn, der oberhalb des Monopsonlohns, aber unterhalb des durch den Schnittpunkt von ursprĂźnglicher Grenzkostenkurve und der Kurve des Grenzprodukts gegebenen Maximallohnsatzes (im Schaubild: G K L â â {\displaystyle GK_{L}^{*}} ) liegt, die Grenzkosten der Arbeit exogen auf die HĂśhe des Mindestlohnes (so lange der Mindestlohn nicht gerade oberhalb der GrenzerlĂśsproduktes liegt â aber dort wird auch keine Arbeit mehr nachgefragt). Der Mindestlohn nähert das imperfekte Marktergebnis damit dem fĂźr Arbeitsanbieter wĂźnschbaren Ergebnis des vollständigen Wettbewerbs an. Setzt man den Mindestlohn exakt gleich dem Kompetitivlohn werden sogar sämtliche Negativeffekte des Monopsons auf Beschäftigung und Lohn neutralisiert. Jeder Mindestlohn unterhalb des Monopsons wäre hingegen nicht bindend und damit wirkungslos; jeder Mindestlohn Ăźber G K L â â {\displaystyle GK_{L}^{*}} wĂźrde im Vergleich zum kompetitiven Gleichgewicht wieder zu einem RĂźckgang der Arbeitsnachfrage (und damit Arbeitslosigkeit) fĂźhren.
Bestimmung der individuellen Arbeitsnachfrage in langer Frist
Während in kurzer Frist der Kapitalbestand als fixe (da exogene) GrĂśĂe aufgefasst werden kann, ist dies langfristig meist nicht der Fall. Dies deshalb, weil in grĂśĂeren Zeithorizonten die MĂśglichkeit besteht, dass Arbeit und Kapital zueinander in begrenztem MaĂe in einer Substitutionsbeziehungen stehen. So lässt sich ja auch in der Realität beobachten, dass im Zuge von Technologisierungsprozessen bestimmte Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden.
Langfristig gilt daher zunächst die neue Produktionsfunktion G ( K , L ) = Q ( K , L ) {\displaystyle G(K,L)=Q(K,L)} und es muss sowohl die gewinnmaximale Arbeits- als auch die gewinnmaximale Kapitalmenge maximiert werden. Daher ist es nun â besonders einfache und entsprechend konstruierte Funktionsverläufe vorausgesetzt â in einer Situation mit einem kompetitivem GĂźtermarktumfeld (der allgemeine Fall bleibt an dieser Stelle unberĂźcksichtigt) erforderlich, dass neben der bereits bekannten Bedingung fĂźr den gewinnmaximalen Arbeitseinsatz,
W = P â
â
G L ( K , L ) {\displaystyle \!\,W=P\cdot G_{L}(K,L)} ,
Ăźberdies die Bedingung fĂźr die gewinnmaximale Kapitalmenge erfĂźllt sein muss:
K = P â
â
G K ( K , L ) {\displaystyle \!\,K=P\cdot G_{K}(K,L)}
Zusammengefasst folgt:
W G L ( K , L ) = K G K ( K , L ) {\displaystyle \!\,{\frac {W}{G_{L}(K,L)}}={\frac {K}{G_{K}(K,L)}}}
Die Bedingung besagt, dass ein gewinnmaximierendes Unternehmen so lange seinen Arbeits- und Kapitaleinsatz modifiziert, bis die Grenzkosten, die bei der Produktion einer weiteren GĂźtereinheit mittels Arbeit entstĂźnden, identisch zu denjenigen sind, die bei der Produktion mittels Kapital anfielen.cite-ref-24[24]
Ăbertragung in die Makroebene
Die beschriebene statische Sichtweise ermĂśglicht eine sehr einfache Ăbertragung dieses an sich mikroĂśkonomischen Analysemodells in eine makroĂśkonomische Dimension, indem das Marktgeschehen als Interaktion eines repräsentativen Arbeitsanbieters und eines repräsentativen Arbeitsnachfragers betrachtet wird. Diese Vorstellung findet ihren Niederschlag in einem entsprechenden Marktdiagramm, das rechtsstehend wiedergegeben ist: Je hĂśher der Lohnsatz, desto geringer die nachgefragte Arbeit und desto hĂśher die angebotene Arbeit.
Sieht man, wie dies der Kern des Konzepts des repräsentativen Akteurs ist, das gesamtwirtschaftliche Angebot bzw. die gesamtwirtschaftliche Nachfrage als Aggregation individueller Arbeitsnachangebots- und Arbeitsnachfragekurven, lässt sich feststellen, dass die bloĂe horizontale Aggregation von Arbeitsnachfragekurven zu fehlerhaften Ergebnissen fĂźhrt. Dem liegt nicht nur zugrunde, dass Arbeitsnachfragekurven prinzipiell nur dann horizontal aggregiert werden kĂśnnen, wenn der Absatzpreis vollständig fixiert ist (das heiĂt vollständiger Wettbewerb auf dem Absatzmarkt herrscht). Vielmehr lieĂe das Verfahren unberĂźcksichtigt, dass die Tatsache, dass jedes einzelne Unternehmen fĂźr sich den Marktpreis des Absatzgutes nicht durch Ănderungen seiner GĂźterproduktion beeinflussen kann, nicht auch bedeutet, dass der Absatzpreis auch dann konstant bliebe, wenn jedes Unternehmen seinen Output verändert. Bei der aggregierten Nachfragekurve muss daher beachtet werden, dass beispielsweise die ErhĂśhung des Arbeitseinsatzes Ăźber eine ErhĂśhung des Outputs zu einer Verringerung des Absatzpreises fĂźhren wird, wodurch aber wiederum ein Anreiz geschaffen wird, den Arbeitseinsatz zu verringern. In der Konsequenz fĂźhrt der beschriebene Mechanismus dazu, dass ungeachtet der Marktstruktur die aggregierte Nachfrage einen steileren fallenden Verlauf haben wird als eine Kurve, die durch horizontale Aggregation entstanden ist.
Das Gleichgewicht, das durch den Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve angezeigt wird, ist der einzige stabile Marktzustand. FĂźr jeden Lohn w > w â â {\displaystyle \!\,w>w^{*}} gäbe es beschäftigungslose Arbeitsanbieter, die bereit wären, zu einem Lohn w Ⲡâ â ( w â â , w ) {\displaystyle w'\in (w^{*},w)} zu arbeiten, sodass auf der Anbieterseite ein gegenseitiger Unterbietungswettbewerb in Gang gesetzt wĂźrde, an dessen Ende wieder der Gleichgewichtslohn steht;. Analog gäbe es fĂźr jeden Lohn w < w â â {\displaystyle \!\,w<w^{*}} Unternehmen, die zusätzliche Arbeitskraft nachfragen wollen und die dafĂźr eine Zahlungsbereitschaft von w Ⲡâ â ( w , w â â ) {\displaystyle w'\in (w,w^{*})} aufbringen, sodass ein Ăberbietungswettbewerb einsetzen wĂźrde. Zugleich ist das Gleichgewicht auch der einzige Pareto-optimale Marktzustand: FĂźr jeden (Lohn)zustand w Ⲡâ â w â â {\displaystyle \!\,w'\neq {}w^{*}} besteht, wie man anhand einer Kontraktkurve einsehen kann, eine ReformmĂśglichkeit, die mindestens einen Akteur besser stellt, ohne irgendeinen anderen â ungeachtet ob Haushalt oder Unternehmen â schlechter zu stellen.cite-ref-25[25]
Kritik
Die Annahmen des statischen (neoklassischen) Standardmodells weichen in vielfacher Hinsicht von den Beobachtungen in der Realität ab. Es vermag so beispielsweise nicht zu berßcksichtigen, dass Arbeitnehmer tatsächlich nur selten die MÜglichkeit haben, vollkommen eigenständig ßber die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zu entscheiden.cite-ref-26[26] Das Standardmodell kann zudem die Okkurenz von Lohndifferentialen nicht erklären. Ebenso wird Vermachtungsstrukturen auf der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite nur unzureichend Rechnung getragen. Zwar ist es mÜglich, mithilfe verschiedener Elastizitätsparameter verschiedene Grade von Monopol- oder Monopsonmacht in das Modell zu integrieren, allerdings fßhrt die fßr deren Schätzung erforderliche Aggregation unweigerlich zu einem Informationsverlust.
Effizienzlohntheorien
â
Hauptartikel
:
Effizienzlohntheorie
Suchtheorie und Matchingtechnologie
Die Mikro-Ebene â Arbeitnehmer als Sucher
Eine der grundlegenden Annahmen des neoklassischen Basismodells des Arbeitsmarktes besteht darin, dass alle Marktakteure Ăźber perfekte Information verfĂźgen. So wissen sie beispielsweise Ăźber verfĂźgbare Arbeitsplatzangebote ebenso Bescheid wie Ăźber die dazugehĂśrigen Anforderungen und ihre jeweiligen AnspruchslĂśhne. Diese, der wahrgenommenen Realität offensichtlich zuwiderlaufende Prämisse wird in der insbesondere seit den 1970er-Jahren gebräuchlichen Suchtheorie des Arbeitsmarktes aufgegeben. Suchtheoretische Modellierungen des Arbeitsmarkt nehmen dabei die einer Beschäftigung vorangehende Arbeitsplatzsuche in den Blick â da Arbeitsanbieter nicht Ăźber perfekte Information verfĂźgen, ist dieser Suchprozess selbst eine produktive Tätigkeit und Arbeitsanbieter stehen in einem friktionsbehafteten Marktumfeld beständig vor der Frage, welchen Teil ihres Zeitbudgets sie fĂźr ihre eigentliche Tätigkeit und welchen sie fĂźr die Suche nach einem (fĂźr sie produktiveren) Job aufwenden sollen. Dabei sind Arbeitsanbieter und Arbeitsnachfrager beiderseits darum bemĂźht, bestehende Vakanzen (d. h. offene Stellen) zu besetzen; der schon beschriebene Suchprozess muss dann zunächst zu einem Zusammentreffen zweier Akteure fĂźhren; an seinem Ende steht schlieĂlich mit einer gewissen âKontraktwahrscheinlichkeitâ ein Match (d. h. eine erfolgreiche Ăbereinkunft zwischen den Parteien).
Während bei den ersten Suchmodellen â insbesondere demjenigen von George J. Stigler (1962cite-ref-27[27]), das weithin als Ursprung der Suchtheorie des Arbeitsmarktes gilt â noch eine Zwei-Perioden-Betrachtung vorherrschte, in der die Arbeitsanbieter die optimale Zahl ihrer Schritte (d. h. der durchgefĂźhrten Kontakte) ex ante festlegen, dann die jeweiligen Lohnofferten fĂźr die zufällig ausgewählten Vakanzen einholen, untereinander vergleichen und schlieĂlich das am hĂśchsten rentierende potenzielle Match zustande kommen lassen, grĂźnden spätere Modelle auf sequenziellen Prozessen (McCall 1970cite-ref-28[28], Mortensen 1970cite-ref-29[29]). Im Folgenden wird das Grundprinzip der Suchtheorie anhand eines einfachen Modells beschrieben.cite-ref-30[30]
Grundmodell (Franz 2006)
Dem im Folgenden skizzierten Modell wohnt der Gedanke inne, dass der Sucher in jeder Periode t {\displaystyle t} ein Unternehmen aufsucht und bei diesem ein Lohnangebot einholt. Allerdings weiĂ er bis zu seiner direkten Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen nicht, wie hoch ein solches â falls er denn Ăźberhaupt eines erhält (die Wahrscheinlichkeit hierfĂźr beträgt q {\displaystyle q} , siehe nächster Absatz) â Ăźberhaupt ausfallen wĂźrde. Vielmehr folgt die LohnhĂśhe einer sich Ăźber die Zeit nicht ändernden Dichtefunktion f ( w ) {\displaystyle f(w)} und die einzelnen Offerten sind unabhängig und identisch verteilt (i.i.d.). SchlieĂlich muss der Sucher nach jeder Offerte w {\displaystyle w} (der Lohn sei das einzige Charakteristikum eines Arbeitsplatzes) entscheiden, ob er die Stelle annimmt oder nicht. Nimmt er sie nicht an, verzichtet er damit nicht nur auf das angebotene Einkommen, sondern muss darĂźber hinaus Suchkosten in der nächsten Periode in Kauf nehmen; nimmt er das Angebot hingegen an, entgehen ihm hĂśhere Einkommen, die ihm in den Folgeperioden angeboten wĂźrden.
Zusammengefasst lauten die Grundannahmen im Einzelnen:cite-ref-31[31]
1. Arbeitsanbieter sind homogen, werden allerdings mit unterschiedlichen Lohnangeboten konfrontiert;
2. Arbeitsanbieter kennen die Verteilung der LĂśhne, wissen allerdings nicht, von welchem Unternehmen welcher Lohn angeboten wird;
3. Arbeitsanbieter bevorzugen einen hohen vor einem niedrigen Lohn, wobei sie darauf abzielen, ihr (diskontiertes) Lebenseinkommen zu maximieren;
4. jede Kontaktaufnahme mit einem Unternehmen verursacht Suchkosten.
Man nimmt zunächst an, dass die Wahrscheinlichkeit, dass einem Arbeitssuchenden Ăźberhaupt ein Arbeitsplatz angeboten wird, q {\displaystyle q} beträgt. Diese Wahrscheinlichkeit ist von Sucher zu Sucher verschieden â PersĂśnlichkeit, Qualifikation oder andere individuelle Faktoren nehmen maĂgeblichen Einfluss auf ihren Wert. Zudem wirkt sich der Lohnsatz, durch den eine Stelle charakterisiert ist, negativ auf q {\displaystyle q} aus; je hĂśher der angebotene Lohn, desto mehr Arbeitsanbieter werden sich um die Stelle bemĂźhen und desto geringer wird fĂźr den Einzelnen die Chance sein, eine Offerte zu erhalten. Sei also z {\displaystyle \mathbf {z} } ein Vektor der individuellen Faktoren und w {\displaystyle w} der angebotene Lohn, dann gilt q = q ( z , w ) {\displaystyle q=q(\mathbf {z} ,w)} . Wir unterstellen weiter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Sucher ein Stellenangebot annimmt, p {\displaystyle p} beträgt. p {\displaystyle p} ist seinerseits abhängig vom individuellen Reservationslohn w R {\displaystyle w^{R}} und darĂźber hinaus wieder von persĂśnlichen Eigenschaften (repräsentiert durch z {\displaystyle \mathbf {z} } ), sodass p = p ( z , w R ) {\displaystyle p=p(\mathbf {z} ,w^{R})} .
Die Wahrscheinlichkeit, die Offerte anzunehmen, ist dann
p ( z , w R ) = ⍠⍠w R â â q ( z , w ) â
â
f ( w ) d w {\displaystyle p(z,w^{R})=\int _{w^{R}}^{\infty }q(\mathbf {z} ,w)\cdot f(w)dw}
wobei man intuitiv zu dieser Formel gelangt, indem man fĂźr jeden Lohnsatz Ăźber dem Reservationslohn prĂźft, mit welcher Wahrscheinlichkeit man eine entsprechende Offerte erhält und dann diese Wahrscheinlichkeit mit der Wahrscheinlichkeit, dass ein kontaktiertes Unternehmen Ăźberhaupt einen solchen Lohn anbietet, gewichtet. q â
â
f ( w ) {\displaystyle q\cdot f(w)} bezeichnet damit gerade die Wahrscheinlichkeit, einen konkreten Lohnsatz w {\displaystyle w} zu erhalten; die Wahrscheinlichkeit, eine Offerte anzunehmen, ist folglich gerade die Summe der Wahrscheinlichkeiten, eine spezifische Offerte anzunehmen, und zwar bezogen auf jede Offerte, deren angebotener Lohn mindestens so hoch wie der Reservationslohn des Suchers ist.
Damit beträgt der erwartete Lohn eines in der nächsten Periode akzeptierten Angebots
E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) = ⍠⍠w R â â w â
â
q ( z , w ) â
â
f ( w ) d w ⍠⍠w R â â q ( z , w ) â
â
f ( w ) d w {\displaystyle \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})={\frac {\int _{w^{R}}^{\infty }w\cdot q(\mathbf {z} ,w)\cdot f(w)dw}{\int _{w^{R}}^{\infty }q(\mathbf {z} ,w)\cdot f(w)dw}}}
Suchoptimal ist offensichtlich eine Strategie, bei der der diskontierte Erwartungswert des aus der Offerte resultierenden Einkommens dem erwarteten Ertrag aus der Fortsetzung der Suche entspricht. Zunächst definiert man den Erwartungswert des Reservationslohnes. Dieser entspricht schlicht der diskontierten Summe aller Lohnzahlungen in dieser HÜhe ßber den gesamten Zeitverlauf, also
â â t = 0 â â w R ( 1 + r ) t = ( 1 + r ) â
â
w R r {\displaystyle \sum _{t=0}^{\infty }{\frac {w^{R}}{(1+r)^{t}}}={\frac {(1+r)\cdot w^{R}}{r}}}
nach den Rechengesetzen ßber die Geometrische Reihe. Um die HÜhe des erwarteten Payoffs zu bestimmen, der bei Ablehnung der Offerte anfiele, zerlegt man diesen zunächst nach den jeweiligen Suchschritten bzw. Perioden. Der diskontierte Wert des unmittelbar auf die Ablehnung folgenden Schrittes ist dann
u â â c + â â t = 1 â â p ( z , w R ) â
â
E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) ( 1 + r ) t {\displaystyle u-c+\sum _{t=1}^{\infty }{\frac {p(\mathbf {z} ,w^{R})\cdot \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})}{(1+r)^{t}}}} ,
wobei u {\displaystyle u} beispielsweise fĂźr Zuwendungen aus einer Arbeitslosenversicherung stehen kann und c {\displaystyle c} den Suchkosten entspricht, die dem Akteur durch die erneute Einholung einer Offerte entstehen. Darunter mĂśgen direkte Kosten wie Anfahrt oder Ăhnliches zu verstehen sein, insbesondere aber auch Opportunitätskosten, die dadurch anfallen, dass der Akteur dadurch in seinen sonstigen Aktivitäten gehemmt ist.
Unter BerĂźcksichtigung der Tatsache, dass der Sucher mit Wahrscheinlichkeit 1 â â p {\displaystyle 1-p} zu Beginn der Folgeperiode noch arbeitslos ist und unter RĂźcksichtnahme auf den unter dem nominalen Wert liegenden Barwert zukĂźnftiger Lohnersatzeinkommen und Suchkosten gilt fĂźr das erwartete Einkommen in der Folgeperiode analog
( 1 â â p ( z , w R ) ) â
â
( u â â c 1 + r + â â t = 2 â â p ( z , w R ) â
â
E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) ( 1 + r ) t ) {\displaystyle \left(1-p(\mathbf {z} ,w^{R})\right)\cdot \left({\frac {u-c}{1+r}}+\sum _{t=2}^{\infty }{\frac {p(\mathbf {z} ,w^{R})\cdot \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})}{(1+r)^{t}}}\right)}
In der Summe (das heiĂt fĂźr alle Folgeperioden) fĂźhrt dies auf einen erwarteten Payoff von
( u â â c ) ( 1 + r ) r + p ( z , w R ) + p ( z , w R ) â
â
E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) â
â
1 + r r [ r + p ( z , w R ) ] {\displaystyle {\frac {(u-c)(1+r)}{r+p(\mathbf {z} ,w^{R})}}+p(\mathbf {z} ,w^{R})\cdot \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})\cdot {\frac {1+r}{r[r+p(\mathbf {z} ,w^{R})]}}}
Dieser muss nun aber gerade gemäà obiger Bedingung identisch zur Summe der diskontierten ReservationslÜhne sein, was nach einigen Umformungen auf
w R = r ( u â â c ) + p ( z , w R ) â
â
E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) r + p ( z , w R ) {\displaystyle w^{R}={\frac {r(u-c)+p(\mathbf {z} ,w^{R})\cdot \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})}{r+p(\mathbf {z} ,w^{R})}}}
fĂźhrt.
Interpretation
Aus den Modellergebnissen des Modells lassen sich einige wichtige Erkenntnisse fĂźr das Suchverhalten von Arbeitsanbietern ableiten. Der Reservationslohn ist hier abhängig vom Diskontierungssatz, der Stellenangebotswahrscheinlichkeit, der Stellenannahmewahrscheinlichkeit sowie dem erwarteten Lohn. Klare Aussagen zu den Auswirkungen dieser Variablen lassen sich beispielsweise hinsichtlich des (bedingten) Erwartungswerts des Lohnsatzes treffen. Je hĂśher dieser ist, desto grĂśĂer wird der individuelle Reservationslohn des Suchers sein, weil sich die Fortsetzung der Suche dann eher lohnt. Die HĂśhe der Zuwendungen im Fall von Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld oder dergleichen) beeinflusst den Reservationslohn ebenfalls positiv, weil hierdurch die Kosten eines weiteren Suchschrittes geringer werden. So lange der direkte Nettoertrag aus dem nächsten Suchschritt, u â â c {\displaystyle u-c} (also ArbeitslosenunterstĂźtzung abzĂźglich der direkten Suchkosten) nicht schon positiv ist und darĂźber hinaus auch noch den erwarteten Lohn E ( w ⣠⣠w ⼠⼠w R ) {\displaystyle \mathbb {E} (w\mid w\geq w^{R})} Ăźbersteigt, wirkt sich weiterhin auch ein hĂśherer Diskontsatz r {\displaystyle r} negativ auf den Anspruchslohn aus. Da ein hĂśheres r {\displaystyle r} eine hĂśhere Gegenwartspräferenz anzeigt, erscheint dieses Ergebnis einsichtig, da der Sucher somit das bisherige Einkommen hĂśher schätzt als ein etwaiges hĂśheres in der Zukunft. Unter derselben Einschränkung ist die Wirkung von p {\displaystyle p} hingegen positiv bezĂźglich des Reservationslohns â je hĂśher die Wahrscheinlichkeit, eine Stelle anzunehmen, desto hĂśher muss ceteris paribus auch der Lohn sein, den man sich davon erhofft.
Die suchtheoretische Modellvorstellung macht auch deutlich, wovon die Länge von Arbeitslosigkeit abhängig sein kann. Naheliegenderweise wird die Länge der durchschnittlichen Suchdauer (bis zur Beschäftigung) positiv mit dem Reservationslohn korrelieren. Eine hohe ArbeitslosenunterstĂźtzung und eine niedrige Gegenwartsvorliebe kĂśnnen dabei ebenso die Dauer der Arbeitslosigkeit erhĂśhen wie ein hoher erwarteter Lohnsatz. Dies kann in Zeiten, in denen es zu Schocks auf die Arbeitsnachfrage kommt (zum Beispiel bei Rezessionen oder Ăhnlichem) dazu fĂźhren, dass Arbeitsanbieter bei der Bildung ihrer LohnansprĂźche die veränderte Wirtschaftslage nicht oder nicht ausreichend berĂźcksichtigen, indem sie eine (Links)verschiebung der Dichtefunktion f ( w ) {\displaystyle f(w)} nicht als solche erkennen, sondern bei Sichtung einer niedrigen Offerte lediglich davon ausgehen, sich auf einem äuĂeren Punkt der bisherigen Dichtefunktion zu befinden, also nur zufällig ein besonders ungĂźnstiges Angebot erhalten zu haben (siehe Abbildung). Dies verlängert den Suchprozess (und damit die Dauer der Arbeitslosigkeit) weiter.
Bewertung und Erweiterungen
Eine offensichtliche Unzulänglichkeit des dargestellten Modells besteht darin, dass die Sucher allesamt von einem Zustand der Arbeitslosigkeit in einen Zustand der Erwerbstätigkeit Ăźbergehen (mĂśchten). Dieser Ausschluss einen âTurnoversâ kann am einfachsten dadurch umgangen werden, dass man die Periode der Erwerbstätigkeit exogen begrenzt, indem man beispielsweise einen âEntlassungsparameterâ einfĂźhrt, der, einer bestimmten Verteilung folgend, Jobs terminiert (siehe zum Beispiel Wright 1987cite-ref-32[32]). Der grundlegendere Erweiterungsansatz beruht aber darauf, die so genannte âOn-the-Jobâ-Suche explizit zu modellieren. Angefangen mit dem Modell von Kenneth Burdett (1978cite-ref-33[33]) wurden diese Modelle auch immer wieder als theoretisches Fundament fĂźr mehrere empirische Erkenntnisse zum Suchverhalten genutzt, darunter der Tatsache, dass ein hĂśheres Alter der Beschäftigten Ăźblicherweise mit einer geringeren KĂźndigungswahrscheinlichkeit einhergeht.
Problematisch am obigen Modell ist weiterhin, dass es voraussetzt, dass den Suchern die Verteilungsfunktion f ( w ) {\displaystyle f(w)} bekannt ist. Ein Teil der Literatur ist daher dazu ßbergegangen, Lerneffekte ßber die Verteilungsfunktion in das Modell miteinzubeziehen. Michael Rothschild (1974) setzte fßr seine Version des Suchmodells (das allerdings nicht auf den Arbeits-, sondern auf einen Gßtermarkt bezogen war; das Problem ist aber analog) beispielsweise voraus, dass der Sucher zwar von einer festen Dichtefunktion ausgeht, bei der er zunächst von einem bestimmten Preis ausgeht, den er erzielen will, nach einer bestimmten Häufigkeit des Nichterreichens dieses Preises aber seine Preisvorstellung revidiert.cite-ref-34[34] Damit soll auch der Beobachtung Rechnung getragen werden, dass individuelle ReservationslÜhne typischerweise mit der Dauer der bisherigen Arbeitslosigkeit fallen, was die Standardmodelle nicht erklären kÜnnen (praktische Implikationen des kontinuierlichen Revisionsprozesses der Verteilungsfunktionen finden sich auch bei Burdett/Vishwanath 1988cite-ref-35[35]).
Die Grundannahme, dass lediglich die LohnhĂśhe fĂźr die Akzeptanz einer Job-Offerte relevant ist, kann dahingehend konzeptionell modifiziert wird, dass statt des Lohnes der durch den Arbeitsplatz entstehende Nutzen zum entscheidungsrelevanten Kriterium erhoben wird; in einer entsprechenden Nutzenfunktion kann so beispielsweise neben der LohnhĂśhe auch die Arbeitszeit Niederschlag finden.cite-ref-36[36]
Im Kern handelt es sich bei suchtheoretischen Modellen dieser Art um angebotsseitige Theorien â wie sich die Arbeitsnachfrage zusammensetzt oder wie sich in der Realität die LĂśhne herausbilden vermĂśgen sie nicht hinreichend zu erklären.
Eine neuere und weit verbreitete Klasse von Suchmodellen randomisiert den Such- und Einstellungsprozess. Im Nachgang des ursprĂźnglichen Modells von Christopher Pissarides (1985cite-ref-37[37]) wird dabei die Einstellungswahrscheinlichkeit mittels einer â konzeptionell bereits auf Peter A. Diamond (1982cite-ref-38[38]) zurĂźckgehenden â Matching-Funktion modelliert; der Lohn wiederum bestimmt sich sodann auf Grundlage eines Verhandlungsspiels. Diese im Bereich der arbeitsmarktĂśkonomischen Forschung zentralen Matching-Prozesse sind im Detail Gegenstand des folgenden Abschnitts.
Eine Makro-Ebene â Matching und der randomisierte Suchprozess
Die Modellierung von Interaktionen auf dem Arbeitsmarkt mittels einer Matching-Funktion birgt primär den Vorteil, Friktionen auf einfache Weise und ohne Notwendigkeit zur Generalrevision modelltheoretischer Grundlagen modellieren zu kĂśnnen. Dabei kĂśnnen Friktionen verschiedener Art sein: Schocks auf wichtige makroĂśkonomische KenngrĂśĂen des Arbeitsmarktes wie der Zahl der Arbeitsnachfrager kĂśnnen so ebenso berĂźcksichtigt werden wie Schocks auf Verhaltensparameter der Arbeitsanbieter (zum Beispiel eine hĂśhere Suchintensität). Der nachfolgende Abschnitt skizziert die einfachste Form der Matchingfunktion. Die Darstellung des Grundmodells folgt dabei Pissarides 2000cite-ref-39[39] und Economic Sciences Prize Committee of the Royal Swedish Academy of Sciences 2010cite-ref-40[40].
Grundlagen und Beveridge-Kurve
Sei L {\displaystyle L} die Zahl der Erwerbsfähigen, u {\displaystyle u} der Anteil der Erwerbsfähigen, der aktiv eine Arbeitsstelle sucht, und v {\displaystyle v} der Anteil der Erwerbsfähigen, fßr den eine offene Stelle bereitsteht. Dann beträgt die Anzahl der Jobsucher gerade u L {\displaystyle uL} und die Anzahl der offenen Stellen v L {\displaystyle vL} . Man definiert eine Matchingfunktion
m L = m ( u L , v L ) {\displaystyle mL=\!\,m(uL,vL)} ;
wobei m L {\displaystyle mL} die Zahl der Neueinstellungen ist. Fßr die weiteren Berechnungen voraus gesetzt ist zudem, dass m L {\displaystyle mL} monoton in seinen beiden Argumenten steigt sowie konkav und homogen vom Grade eins ist (konstante Skalenerträge).
Das Verhältnis offener Stellen zur Zahl der Arbeitssuchenden wird mit θ θ {\displaystyle \theta } bezeichnet und es gilt entsprechend θ θ = v L / u L = v / u {\displaystyle \theta =vL/uL=v/u} â man bezeichnet dieses Verhältnis von Vakanzen zu Arbeitslosen im Folgenden mit Pissarides als âMarktanspannungâ. Des Weiteren definiert man eine Stellenbesetzungswahrscheinlichkeit q ( θ θ ) {\displaystyle q(\theta )} . Intuitiv erschlieĂt sich ihr Zusammenhang zur Matchingfunktion dadurch, dass das Produkt aus Stellenbesetzungswahrscheinlichkeit und der Zahl der offenen Stellen der Zahl der Neueinstellungen entsprechen sollte, das heiĂt also q â
â
( v L ) = m L = m ( u L , v L ) {\displaystyle q\cdot (vL)=mL=m(uL,vL)} . Umstellen liefert die Definition von q {\displaystyle q} :
q ( θ θ ) ⥠⥠m ( u L , v L ) v L = m ( u , v ) v = m ( u v , 1 ) = m ( 1 θ θ , 1 ) {\displaystyle q(\theta )\equiv {\frac {m(uL,vL)}{vL}}={\frac {m(u,v)}{v}}=m\left({\frac {u}{v}},1\right)=m\left({\frac {1}{\theta }},1\right)}
(unter Ausnutzung der Homogenitätseigenschaft).
Betrachtet man nun ein gewisses Zeitintervall, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arbeitsloser eine neue Arbeitsstelle findet, θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle \theta q(\theta )} . Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit entspricht gerade dem Kehrwert, 1 / [ θ θ q ( θ θ ) ] {\displaystyle 1/[\theta q(\theta )]} . Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist in unbestimmter Weise abhängig von der Marktanspannung. Aus Anbietersicht fĂźhrt ein hohes θ θ {\displaystyle \theta } zu einer hĂśheren Wahrscheinlichkeit, Arbeit zu finden; aus Sicht der Arbeitsnachfrager kann eine Vakanz aber bei kleinerem θ θ {\displaystyle \theta } schneller besetzt werden ( q Ⲡ( θ θ ) < 0 {\displaystyle q'(\theta )<0} ). Mit ähnlicher BegrĂźndung erklären sich die so genannten Suchexternalitäten infolge einer Ausweitung der Zahl der Sucher: Ein zusätzlicher Sucher steigert die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Arbeitsanbieter keine Beschäftigung findet (diese beträgt gerade 1 â â θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle 1-\theta q(\theta )} ) und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen eine Stelle nicht besetzen kann (diese beträgt 1 â â q ( θ θ ) {\displaystyle 1-q(\theta )} ).
Man unterscheidet dann zwei StromgrĂśĂen, den Fluss aus dem Pool der Beschäftigten in den Pool der Arbeitslosen (job destruction) und den umgekehrten Fall (job creation). Arbeitslosigkeit kommt in diesem vereinfachten Modell einzig als Resultat idiosynkratischer Produktivitäts- oder Outputschocks vor, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ( Îť Îť {\displaystyle \lambda } ) auf ein konkretes Arbeitsverhältnis âeinfallenâ. Anders als in komplexeren Modellen, in denen diese Schocks nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Ăźberhaupt zu einer AuflĂśsung des Arbeitsverhältnisses fĂźhren, nehmen wir hier an, dass jeder Schock zur Trennung vom Arbeitnehmer fĂźhrt. Nimmt man dann fĂźr eine kurze Zeitperiode an, dass L {\displaystyle L} konstant ist, beträgt die durchschnittliche Zahl derer, die arbeitslos werden, Îť Îť ( 1 â â u ) L {\displaystyle \lambda (1-u)L} â ( 1 â â u ) L {\displaystyle (1-u)L} ist ja die Zahl der Beschäftigten. Im selben Intervall werden jedoch auch wieder einige Arbeitslose erwerbstätig. Weil u L {\displaystyle uL} die Zahl der Arbeitslosen ist und bereits oben θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle \theta q(\theta )} als Wahrscheinlichkeit ermittelt wurde, dass ein Arbeitsloser eine Arbeitsstelle findet, kĂśnnen wir die durchschnittliche Zahl derer, die in der Zeit eine Beschäftigung finden, durch θ θ q ( θ θ ) u L {\displaystyle \theta q(\theta )uL} quantifizieren.
Im Steady-State mĂźssen Zu- und Abgänge zum Arbeitslosenpool gerade identisch sein, das heiĂt Îť Îť ( 1 â â u ) L = θ θ q ( θ θ ) u L {\displaystyle \lambda (1-u)L=\theta q(\theta )uL} . LĂśst man diese Gleichung nach u {\displaystyle u} auf, ergibt sich
u = Ν Ν Ν Ν + θ θ q ( θ θ ) (Beveridge-Kurve) {\displaystyle u={\frac {\lambda }{\lambda +\theta q(\theta )}}\qquad {\text{(Beveridge-Kurve)}}} .
Hierbei handelt es sich um eine Gleichgewichtsbedingung. Sie ordnet einer gegebenen KĂźndigungsrate und Marktanspannung eine Arbeitslosenquote u {\displaystyle u} zu; das so definierte u {\displaystyle u} bezeichnet man dann als gleichgewichtige Arbeitslosigkeit. Durch die Bedingung ist die so genannte Beveridge-Kurve gegeben. Graphisch repräsentiert in einem ( θ θ , u ) {\displaystyle (\theta ,u)} -Diagramm wird so offenbar, dass die Arbeitslosigkeit negativ von der Marktanspannung θ θ {\displaystyle \theta } abhängig ist. Je hĂśher die Marktanspannung, das heiĂt je hĂśher die Zahl der Vakanzen im Verhältnis zur Zahl der Arbeiter, desto geringer die Arbeitslosenquote. Eine exogene ErhĂśhung der KĂźndigungsrate fĂźhrt dazu, dass bei gegebener Marktanspannung die Arbeitslosigkeit ansteigt, sodass sich die Kurve nach oben verschiebt. Ăberträgt man die Beziehung in ein ( u , v ) {\displaystyle (u,v)} -Diagramm, zeigt sich ebenfalls ein fallender Verlauf der entsprechenden Kurve. Je hĂśher die Zahl der vakanten Stellen, desto hĂśher die Marktanspannung und desto geringer die Arbeitslosigkeit. Hier fĂźhrt ein Anstieg von Îť Îť {\displaystyle \lambda } dazu, dass sich die Kurve nach rechts verschiebt, weil fĂźr jeden gegebenen Anteil vakanter Stellen die korrespondierende Arbeitslosenquote nunmehr hĂśher liegt.
Job Creation
Die in der Beveridge-Kurve inkorporierte Steady-State-Bedingung enthält mit θ θ {\displaystyle \theta } eine noch weitgehend unbestimmte Variable (das Modell beinhaltet noch keine Informationen darßber, woraus sich die Zahl der offenen Stellen ergibt); es lässt sich allerdings zeigen, dass mit den Modellannahmen hierfßr ein eindeutiger Wert bestimmt werden kann, sodass auch die Gleichgewichtsarbeitslosigkeit u {\displaystyle u} fßr jeden durch θ θ {\displaystyle \theta } und Ν Ν {\displaystyle \lambda } gegebenen Marktzustand eindeutig bestimmt ist.
Wann wird ein Arbeiter eingestellt? Man nehme an, dass jede Firma genau jeweils einen Arbeiter einstellen kann, ihm stets kßndigen kann und dies situationsabhängig auch tut, und nur dann produzieren kann, wenn sie einen Arbeiter beschäftigt. Die Produktivität des Arbeiters sei allgemein der Wert des Outputs und betrage y {\displaystyle y} (fixe Arbeitszeit); die Einstellungskosten seien proportional zur Produktivität und betragen c y {\displaystyle cy} pro Zeitspanne ( c {\displaystyle c} steht dabei zum Beispiel fßr Suchkosten oder die Kosten des Vertragsabschlusses); die Lohnkosten seien durch w {\displaystyle w} gegeben. Der Marktwert einer besetzten Stelle betrage J {\displaystyle J} , derjenige einer Vakanz V {\displaystyle V} . Um zur so genannten Job-Creation-Bedingung zu gelangen, ist es nÜtig, diese beiden Marktwerte explizit zu berechnen.
⢠V {\displaystyle V} : Im Optimum entspricht der erwartete Gewinn, der der Firma aus einer offenen Stelle entsteht, dem erwarteten Ertrag, den die Investition des Marktwerts der Vakanz auf dem Kapitalmarkt erbringen wĂźrde. Die Investition in die Vakanz kostet zunächst c y {\displaystyle cy} . Mit Wahrscheinlichkeit q {\displaystyle q} wird die Vakanz besetzt und erbringt sodann einen Gewinn in HĂśhe von J â â V {\displaystyle J-V} . Investiert man den Marktwert hingegen auf dem Kapitalmarkt, so erzielt man damit einen Ertrag in HĂśhe von r V {\displaystyle rV} (mit r {\displaystyle r} dem Zinssatz). Im Gleichgewicht gilt demnach r V = â â c y + q ( θ θ ) ( J â â V ) {\displaystyle rV=-cy+q(\theta )(J-V)} .
⢠Da im Gleichgewicht von den Unternehmen alle GewinnmÜglichkeiten durch die Schaffung neuer Jobs ausgenutzt werden, beträgt der Marktwert V {\displaystyle V} einer Vakanz dort null. Mit der eben hergeleiteten Gleichung folgt deshalb J = c y / q ( θ θ ) {\displaystyle J=cy/q(\theta )} .
⢠J {\displaystyle J} : Zunächst bringt eine besetzte Stelle einen NettoerlĂśs von y â â w {\displaystyle y-w} (Outputwert minus Lohn). Allerdings wird die Stelle mit Wahrscheinlichkeit Îť Îť {\displaystyle \lambda } durch einen idiosynkratischen Schock wieder zerstĂśrt (und rentiert V {\displaystyle V} ), andernfalls besteht sie fort und rentiert J {\displaystyle J} . Weil V {\displaystyle V} im Gleichgewicht ohnehin null beträgt (siehe vorheriger Punkt), stellt sich fĂźr das Unternehmen mit Wahrscheinlichkeit Îť Îť {\displaystyle \lambda } ein Verlust von J {\displaystyle J} ein. Wieder ist im Optimum der erwartete Gewinn aus einer besetzten Stelle identisch zum erwarteten Ertrag, den die Investition des Marktwerts der besetzten Stelle auf dem Kapitalmarkt erbringen wĂźrde. Es folgt r J = y â â w â â Îť Îť J {\displaystyle rJ=y-w-\lambda J} . Einsetzen des Ergebnisses aus dem vorhergehenden Punkt liefert
w = y â â ( r + Îť Îť ) c y q ( θ θ ) (Job-Creation-Bedingung) {\displaystyle w=y-{\frac {(r+\lambda )cy}{q(\theta )}}\qquad {\text{(Job-Creation-Bedingung)}}} .
Arbeiter
Nachdem im vorangehenden Abschnitt die Perspektive der Firma und damit die der Arbeitsnachfrager eingenommen wurde, soll im Folgenden das Verhalten der Arbeitsanbieter betrachtet werden. Zur Vereinfachung wird hier darauf verzichtet, dem vielfältigen Einfluss der Jobsucher auf das Gleichgewichtsergebnis Rechnung zu tragen. Anstatt wie in der Realität naheliegend zum Beispiel das Suchverhalten oder das Verhalten in Lohnverhandlungen Einfluss nehmen wird, wird in diesem Grundmodell lediglich ein Einflusskanal modelliert â die LohnhĂśhe; L {\displaystyle L} sei konstant und die Arbeitsproduktivität aller Arbeiter identisch. Ist ein Akteur beschäftigt, beträgt sein Einkommen w {\displaystyle w} , während der Arbeitssuche (bzw. der Arbeitslosigkeit) beträgt es z {\displaystyle z} (ArbeitslosenunterstĂźtzung, âEntsparenâ oder Ăhnliches), wobei z {\displaystyle z} hier, erneut vereinfachend, als nicht von der Marktsituation abhängig angenommen wird. Jeder Arbeiter ist zu jedem Zeitpunkt entweder beschäftigt oder auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.
Sei U {\displaystyle U} der Barwert der zukßnftigen Einkommen aus der Arbeitslosigkeit und W {\displaystyle W} der Barwert der zukßnftigen Einkommen aus der Beschäftigung. Fßr W {\displaystyle W} und U {\displaystyle U} gelten folgende Erwägungen:
⢠W {\displaystyle W} : Der Barwert der zukĂźnftigen Einkommen eines Beschäftigten setzt sich zum einen zusammen aus dem Lohn w {\displaystyle w} ; allerdings besteht auch das Risiko, den Arbeitsplatz wieder zu verlieren. In diesem Fall erfährt der Akteur einen Einkommensverlust in HĂśhe von U â â W {\displaystyle U-W} . Daraus resultiert fĂźr den erwarteten Periodenertrag eines Beschäftigten w + Îť Îť ( U â â W ) {\displaystyle w+\lambda (U-W)} . Dieser muss im Optimum gleich dem Betrag sein, den der Arbeitnehmer auf dem Kapitalmarkt fĂźr die Anlage dieser Summe bekommen kĂśnnte. Somit gilt r W = w + Îť Îť ( U â â W ) {\displaystyle rW=w+\lambda (U-W)} . (So lange W ⼠⼠U {\displaystyle W\geq U} arbeitet der Beschäftigte weiter; hinreichend dafĂźr ist w ⼠⼠z {\displaystyle w\geq z} , was wir hier voraussetzen.)
⢠U {\displaystyle U} : Der Barwert des zukĂźnftigen Einkommens eines Arbeitslosen setzt sich zum einen zusammen aus dem direkten Einkommen, das er im Zustand der Nichterwerbstätigkeit generieren kann ( z {\displaystyle z} ); allerdings findet er mit Wahrscheinlichkeit θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle \theta q(\theta )} auch wieder Arbeit und erfährt dadurch einen Einkommensgewinn in HĂśhe von W â â U {\displaystyle W-U} . Daraus resultiert fĂźr den erwarteten Periodenertrag eines Arbeitslosen z + θ θ q ( θ θ ) ( W â â U ) {\displaystyle z+\theta q(\theta )(W-U)} . Dieser muss im Optimum gleich dem Betrag sein, den der Arbeitnehmer auf dem Kapitalmarkt fĂźr die Anlage dieser Summe bekommen kĂśnnte. Somit gilt r U = z + θ θ q ( θ θ ) ( W â â U ) {\displaystyle rU=z+\theta q(\theta )(W-U)} .cite-ref-41[41]
Lohnverhandlungen
Es wird angenommen, dass nach einer erfolgreichen Zusammenkunft von Arbeiter und Arbeitgeber ein Lohn w {\displaystyle w} ausgehandelt wird. Die HĂśhe des Lohnes hat anders als in der walrasianischen Modellvorstellung keine markträumende Funktion und keineswegs ist er das Resultat eines Ăber- bzw. Unterbietungswettbewerbs auf Arbeitsanbieter- bzw. -nachfragerseite. Vielmehr ist der Lohn im Alltag der Matching-Akteure der Kanal, Ăźber den in dem beim Match entstehenden bilateralen Monopol die Monopolrente aufgeteilt wird. Es muss zunächst bedacht werden, dass der Gesamtertrag, der im Gleichgewicht aus einer besetzten Stelle resultiert, hĂśher ist als die Summe aus dem Marktwert des besetzten Jobs, J {\displaystyle J} (dem âNutzen fĂźr die Firmaâ) und dem Barwert der zukĂźnftigen Einkommen des Beschäftigten W {\displaystyle W} (dem âNutzen fĂźr den Arbeiterâ); dies deshalb, weil die ZerstĂśrung des Arbeitsverhältnisses fĂźr beide Seiten wieder Suchkosten mit sich bringen wĂźrde. Die Rente aus einem Match beläuft sich fĂźr die Firma daher auf J â â V {\displaystyle J-V} , fĂźr den Arbeiter auf W â â U {\displaystyle W-U} und damit insgesamt auf S = ( J â â V ) + ( W â â U ) {\displaystyle S=(J-V)+(W-U)} .
Die Aufteilung dieser Matchrente erfolge beim Aufeinandertreffen der beiden Akteure mittels eines Nash-Verhandlungsspiels. Lässt man das Symmetrieaxiom unberßcksichtigtcite-ref-42[42], ist durch
w = arg ⥠⥠max ( W â â U ) β β ( J â â V ) 1 â â β β {\displaystyle w=\!\,\arg \max(W-U)^{\beta }(J-V)^{1-\beta }} cite-ref-43[43]
eine Nash-LĂśsung, und zwar die so genannte allgemeine Nash-LĂśsung, gegeben, wobei β β {\displaystyle \beta } ( 0 < β β < 1 {\displaystyle 0<\beta <1} ) die Verhandlungsmacht des Arbeiters, 1 â â β β {\displaystyle 1-\beta } diejenige der Firma angibt. Notwendige Bedingung fĂźr die LĂśsung des Problems ist W â â U = β β ( J + W â â V â â U ) {\displaystyle W-U=\beta (J+W-V-U)} , sodass fĂźr w {\displaystyle w} mit r W = w + Îť Îť ( U â â W ) {\displaystyle rW=w+\lambda (U-W)} und r J = y â â w â â Îť Îť J {\displaystyle rJ=y-w-\lambda J} folgt, dass w = r U + β β ( y â â r U ) {\displaystyle w=rU+\beta (y-rU)} ( β β {\displaystyle \beta } taucht hier also wieder dadurch auf, dass es den Anteil des Arbeiters an der Ăberschussrendite des Arbeitgebers aus der Schaffung des Arbeitsplatzes angibt). FĂźr r U {\displaystyle rU} gilt wiederum im Gleichgewicht r U = z + y c θ θ β β / ( 1 â â β β ) {\displaystyle rU=z+yc\theta \beta /(1-\beta )} cite-ref-44[44], sodass die Lohngleichung nun auch als
w = ( 1 â â β β ) z + β β y ( 1 + c θ θ ) (Lohngleichung) {\displaystyle w=\!\,(1-\beta )z+\beta y(1+c\theta )\qquad {\text{(Lohngleichung)}}}
geschrieben werden kann (graphisch repräsentiert durch die Lohnkurve).
Aus der Lohngleichung lassen sich vielerlei RĂźckschlĂźsse auf den Lohnbildungsprozess in den Matching-Modellen ziehen. Eine hohe Marktanspannung θ θ {\displaystyle \theta } impliziert beispielsweise einen hohen Lohnsatz, da die Anbieter von Arbeit aufgrund des hĂśheren Verhältnisses von vakanten Stellen zu Arbeitslosen eine grĂśĂere Verhandlungsmacht haben. Ăhnliches gilt auch fĂźr das Einkommen bei Arbeitslosigkeit â z {\displaystyle z} â, das man hier als direkte outside option (und damit die Verhandlungsposition stärkend) betrachten kann. Auch hohe Einstellungskosten c y {\displaystyle cy} tragen zu einem relativ hohen Lohn bei, was intuitiv darauf grĂźndet, dass Firmen bei hĂśheren Einstellungskosten durch eine rasche Besetzung ihrer Offerte auch umso hĂśhere Kosten sparen. Die Steigung der Lohnkurve beträgt β β y c {\displaystyle \beta yc} . Eine marginale Ănderung der Marktanspannung fĂźhrt also zu umso grĂśĂeren Lohnzugewinnen, je hĂśher die durchschnittlichen Einstellungskosten sind.
Gleichgewicht
Das eindeutige Matching-Gleichgewicht wird durch ein Tupel ( u â â , θ θ â â , w â â ) {\displaystyle (u^{*},\theta ^{*},w^{*})} markiert. In diesem Punkt sind sowohl
⢠die Gleichung der Beveridge-Kurve,
⢠die Job-Creation-Bedingung als auch
⢠die Lohngleichung
erfĂźllt. JC-Bedingung und Lohngleichung definieren dabei fĂźr einen gegebenen Zinssatz r {\displaystyle r} das gleichgewichtige θ θ â â {\displaystyle \theta ^{*}} sowie den gleichgewichtigen Lohnsatz w â â {\displaystyle w^{*}} (Job-Creation-Kurve und Lohnkurve fungieren dabei als matchingtheoretischer Ersatz fĂźr die neoklassischen Arbeitsnachfrage- und Arbeitsangebotskurve); mit θ θ â â {\displaystyle \theta ^{*}} folgt sodann aus der Beveridge-Kurve die gleichgewichtige Arbeitslosigkeit u â â {\displaystyle u^{*}} .
Die nachfolgende an Wagner/Jahn angelehnte Tabelle gibt einen Ăberblick Ăźber die Implikationen von Parameteränderungen:
Ăbersicht Ăźber die Auswirkung der Ănderung von Parametern auf die Komponenten des Matching-Gleichgewichts ⌠fĂźhrt zu ⌠w â â {\displaystyle \!\,w^{*}} θ θ â â {\displaystyle \!\,\theta ^{*}} u â â {\displaystyle \!\,u^{*}} Îť Îť â â {\displaystyle \!\,\lambda \uparrow } â â {\displaystyle \!\,-} â â {\displaystyle \!\,-} + {\displaystyle \!\,+} r â â {\displaystyle \!\,r\uparrow } â â {\displaystyle \!\,-} â â {\displaystyle \!\,-} + {\displaystyle \!\,+} y â â {\displaystyle \!\,y\uparrow } + {\displaystyle \!\,+} ( + ) {\displaystyle \!\,(+)} â â {\displaystyle \!\,-} β β â â {\displaystyle \!\,\beta \uparrow } + {\displaystyle \!\,+} â â {\displaystyle \!\,-} + {\displaystyle \!\,+}
Ein positiver Produktivitätsschock ( y â â {\displaystyle y\uparrow } ) fĂźhrt so beispielsweise zu einem hĂśheren Lohnniveau und einer geringeren Arbeitslosenquote, indem er die Lohnkurve nach oben und die JC-Kurve nach rechts verschiebt. Damit ist bereits die Auswirkung auf die LohnhĂśhe unmittelbar ersichtlich. Der positive Effekt auf die Arbeitslosenquote kann nicht direkt analytisch eingesehen werden, denn es wäre theoretisch denkbar, dass die Verschiebung der JC-Kurve im Verhältnis zu der der Lohnkurve so stark ist, dass die Marktanspannung sinkt, anstatt wie intuitiv angenommen zu steigen. Es lässt sich allerdings zeigen, dass aufgrund der Annahme, dass β β {\displaystyle \beta } strikt kleiner als eins ist, ein solcher Effekt nicht einstellt.cite-ref-45[45]
Eine Zunahme des Diskontierungssatzes r {\displaystyle r} wird hingegen dazu fßhren, dass der Lohn fällt und die Arbeitslosigkeit steigt. Während die Lohnkurve unbeeinflusst bleibt, fßhrt ein solcher Schock nämlich zu einer Linksverschiebung der JC-Kurve, wodurch sich wegen der positiven Steigung der Lohnkurve ein niedrigeres gleichgewichtiges Lohnniveau sowie eine geringere Anspannung einstellt. Dies folgt der Intuition, dass Arbeiter mit hoher Gegenwartspräferenz eher bereit sein werden, auch gering entlohnte Offerten anzunehmen als andere.
Bereits zuvor wurde deutlich, dass ein hĂśheres β β {\displaystyle \beta } mit einem hĂśheren Lohn einhergeht; die Gesamtbetrachtung in diesem Abschnitt zeigt, dass dies auch im Gleichgewichtszustand der Fall ist. Ăberdies wird aber ersichtlich, dass die hĂśhere Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer â graphisch Ăźber die Verschiebung der Lohnkurve nach oben und den damit verbundenen RĂźckgang der Marktanspannung θ θ {\displaystyle \theta } â auch zu hĂśherer Arbeitslosigkeit fĂźhrt.
Diskussion
Das vorstehend skizzierte Matching-Modell lässt zwar vielerlei Einsichten in den Modellalltag der Marktakteure zu, doch bietet es zugleich eine mächtige Basis fĂźr Erweiterungen. Eine wichtige Komponente der in der Praxis zur Anwendung kommenden Modelle ist die Modellierung von Entscheidungen Ăźber den Kapitaleinsatz. Ebenso wie im kurzfristigen neoklassischen Modell die Veränderung des Kapitalbestandes und allfällige Substitutions- oder Komplementaritätsbeziehungen zwischen den Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit keine BerĂźcksichtigung fanden, kam der Kapitalbestand auch hier lediglich als fixe gegebene GrĂśĂe vor (beinhaltet in der Produktivität). Moderne Matchingmodelle endogenisieren dem gegenĂźber die Kapitalentscheidung.
Ein weiterer bedeutender Faktor ist die simplifizierende Annahme identischer LÜhne, die fßr jede Offerte angeboten werden und in modernen Modellen ßblicherweise aufgegeben wird; basierend auf den suchtheoretischen Grundlagen, die weiter oben dargestellt wurden, wßrde man demgegenßber erwarten, dass die LohnhÜhe der Offerten zumindest teilweise einem Zufallsprozess unterliegt; eine einfache MÜglichkeit zur Implementation besteht hier darin, dass man fßr die Produktivität der Matches eine Verteilungsfunktion einsetzt (der Lohn passt sich dieser dann ja an).cite-ref-46[46]
Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich im Bereich der Matchingtheorie ein nunmehr als Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell (DMP-Modell) bezeichneter Modellansatz durchgesetzt, der heute als âgegenwärtige[s] Standardmodell der Matchingtheorieâcite-ref-47[47] gilt. Das auf einen Artikelcite-ref-48[48] von Dale Mortensen und Christopher Pissarides aus dem Jahr 1994 zurĂźckgehende Modell trägt insbesondere dem Umstand Rechnung, dass die Produktivität eines Jobs Ăźber die Fortdauer des Arbeitsverhältnisses keineswegs wie im Grundmodell konstant bleibt, sondern vielmehr erheblichen arbeitsplatzspezifischen Schwankungen on the job unterliegt, wie sie ja auch schon die empirisch gesicherte Existenz der Konjunkturzyklen implizieren. Die Produktivitätsschocks wirken sich sodann auf die Marktpartizipanten aus, und zwar sowohl auf die Produktivität der bestehenden Jobs als auch der etwaig zu schaffenden neuen Offerten; ein Poisson-Prozess modelliert die Ankunftsrate entsprechender Schockereignisse. Im DMP-Modell setzt daraufhin ein Entscheidungsprozess ein, in dessen Zuge auf Basis einer Anpassung des Marktwerts des Arbeitsverhältnisses bestimmt wird, ob das Unternehmen den Markt ganz verlassen, die LohnhĂśhe neu verhandelt oder ein bestehender Job zerstĂśrt werden soll oder nicht. Lohnverhandlungen sind somit nicht auf die Einstellung beschränkt, sondern kommen auch bei bestehenden Arbeitsverhältnissen zur Anwendung. Exogene Schocks, zum Beispiel eine ErhĂśhung der ArbeitslosenunterstĂźtzung, wirken sich damit also nicht mehr nur wie im obigen Grundmodell auf den Job-Creation-, sondern auch auf den Job-Destruction-Prozess aus; die vormals exogene Trennungsentscheidung wird, mit anderen Worten, endogenisiert. GroĂe Teile der arbeitsmarktĂśkonomischen Theorie bauen seitdem auf dem DMP-Modell auf. Erweiterungen des Modells berĂźcksichtigen beispielsweise:
⢠Job-to-Job-Bewegungencite-ref-49[49] (Schaffung und ZerstÜrung von Arbeitsverhältnisses hängen dort zusammen)
⢠On-the-Job-Suchanstrengungen von Arbeitnehmern,cite-ref-50[50] womit gemeint ist, dass die Arbeitnehmer ihre Suchanstrengungen nicht nach Akzeptanz eines Jobangebots sofort wieder einstellen;
⢠die explizite Modellierung der Heterogenität von Arbeitern und/oder Firmencite-ref-51[51].
Eine Ăbersicht Ăźber verschiedene explizite Matching-Funktionen findet sich bei Petrongolo/Pissarides 2001cite-ref-52[52].
Eine andere Modellklasse ist diejenige der kompetitiven Suchmodelle (zurĂźckgehend unter anderem auf Moen 1997cite-ref-53[53]), in denen an die Stelle der zufälligen Ankunft von Arbeitern an einem Unternehmen (wie im matchingtheoretischen Grundmodell oder dem DMP-Modell) eine zweistufige LĂśsung tritt: Zunächst macht eine Gruppe von Akteuren ein Lohnangebot, dann sucht die andere Gruppe das lukrativste Angebot aus. In einer einfachen Version machen beispielsweise Firmen (Arbeiter) ein Angebot und die Arbeiter (Firmen) entscheiden sich daraufhin fĂźr das hĂśchste (niedrigste). Das primäre Abgrenzungsmerkmal zu den obig skizzierten Matching-Modellen besteht dabei in der Annahme des zielgerichteten Suchprozesses (directed search). Anders als die klassischen Matching-Modelle liefern kompetitive Suchmodelle hierdurch auch mitunter sozial effiziente Verhandlungsergebnisse.cite-ref-54[54] Ungeachtet der methodologischen Nähe bieten derlei Modelle mit zielgerichteten Suchprozessen eine grĂśĂere Einsicht in den Matching- und Verhandlungsprozesscite-ref-55[55]: Während beispielsweise noch im DMP-Modell die Matchrente im Rahmen des Nash-Verhandlungsspiels (ex post) exogen aufgeteilt wird, liegt die Aufteilung hier in der Macht der Matching-Akteure â Arbeiter beziehungsweise Firmen sind bei ihrer Ex-Ante-Entscheidung Ăźber die offerierte LohnhĂśhe im ständigen Trade-off zwischen Einstellungswahrscheinlichkeit und LohnhĂśhe. Versionen des Modells beziehen zudem noch spezifische Heterogenitätsfaktoren mit ein, die zu Friktionen fĂźhren.cite-ref-56[56]
Literatur
⢠Pierre Cahuc, AndrÊ Zylberberg: Labor Economics. MIT Press, Cambridge u. a. 2004, ISBN 0-262-03316-X.
⢠Ronald G. Ehrenberg, Robert S. Smith: Modern Labor Economics. Theory and Public Policy. 6. Auflage. Addison-Wesley Longman, Amsterdam u. a. 1997, ISBN 0-673-98013-8.
⢠Wolfgang Franz: ArbeitsmarktÜkonomik. 6. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2006, ISBN 3-540-32337-6, doi:10.1007/3-540-32338-4 (digitalisierte Version).
⢠Richard B. Freeman: Labour economics. In: Steven N. Durlauf, Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave Dictionary of Economics. 2. Auflage. Palgrave Macmillan. (Online-Ausgabe)
⢠Berndt Keller: Einfßhrung in die Arbeitspolitik. 7. Auflage. Oldenbourg, Mßnchen 2008, ISBN 978-3-486-58475-2.
⢠Brian P. McCall, John J. McCall: The Economics of Search. Routledge, London 2008, ISBN 978-0-415-29992-3, E-Book-ISBN 978-0-203-49603-9. [Insbesondere Kap. 6â11.]
⢠Paul J. McNulty: The Origins and Development of Labor Economics. A Chapter in the History of Social Thought. MIT Press, Cambridge/London 1980, ISBN 0-262-13162-5.
⢠Christopher Pissarides: Equilibrium Unemployment Theory. 2. Auflage. MIT Press, Cambridge 2000, ISBN 0-262-16187-7. (Technische Abhandlung zur Matching-Theorie)
⢠Werner Sesselmeier, Gregor Blauermel: Arbeitsmarkttheorien. Ein Ăberblick. 2. Auflage. Physika 1998, ISBN 3-7908-1057-6. (Nichttechnische Ăbersichtsdarstellung)
⢠Stephen Smith: Labour Economics. 2. Auflage. Routledge, London 2003, ISBN 0-415-25985-1, E-Book-ISBN 978-0-203-42285-4.
⢠Hal Varian: Intermediate Microeconomics. A Modern Approach. 7. Auflage. W. W. Norton, New York/London 2006, ISBN 0-393-92862-4. (Einfßhrendes Lehrbuch zur MikroÜkonomik, zum Arbeitsmarkt siehe Kap. 8 und 9)
⢠Thomas Wagner, Elke J. Jahn: Neue Arbeitsmarkttheorien. 2. Auflage. Lucius & Lucius (UTB), Stuttgart 2004, ISBN 3-8282-0253-5.
⢠Jßrgen Zerche, Werner SchÜnig, David Klingenberger: Arbeitsmarktpolitik und -theorie. Oldenbourg, Mßnchen/Wien 2000, ISBN 3-486-25413-8.
Weblinks
⢠Daron AcemoÄlu und David Autor: Lectures in Labor Economics. (PDF; 2,3 MB) Abgerufen am 17. Februar 2012 (englisch).
⢠Universität St. Gallen, Forschungsgemeinschaft fßr NationalÜkonomie: Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit. Abgerufen am 7. März 2012 (ßberwiegend, deutsch, teilweise, englisch). [Erklärungen zum neoklassischen Standardmodell; Java-Applet zur Simulation eines Arbeitsmarktes bestehend aus Unternehmen und Gewerkschaften]
Anmerkungen
cite-note-11. â Die Darstellung der Prämissen folgt weitgehend Keller 2008, S. 270 und Sesselmeier / Blauermel 1998, S. 47 f.
cite-note-22. â Vgl. Alfred Endres und JĂśrn Martiensen: MikroĂśkonomik. Eine integrierte Darstellung traditioneller und moderner Konzepte in Theorie und Praxis. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019778-7, S. 169.
cite-note-33. â Vgl. Wagner / Jahn 2004, S. 15 sowie explizit Franz 2006, S. 27.
cite-note-44. â Vgl. Franz 2006, S. 28.
cite-note-55. â Präzise formuliert mĂźsste man das Optimierungsproblem zudem noch um die Bedingungen H ⤠⤠0 {\displaystyle H\leq 0} und C > 0 {\displaystyle C>0} ergänzen. Hierauf wird an dieser Stelle wie auch regelmäĂig in der EinfĂźhrungsliteratur verzichtet. Will man sie berĂźcksichtigen, kann man das resultierende Problem beispielsweise mithilfe der Karush-Kuhn-Tucker-Bedingungen lĂśsen. Hierzu ausfĂźhrlich Franz 2006, S. 28â30 sowie Cahuc / Zylberberg 2004, S. 7 f.
cite-note-66. â Es lässt sich leicht zeigen, dass die Eigenschaften strenger Monotonie und Konvexität einer Indifferenzkurve unmittelbar aus der obigen Annahme der Quasi-Konkavität der Nutzenfunktion folgen. Ein Beweis findet sich beispielsweise bei Cahuc / Zylberberg 2004, S. 53.
cite-note-77. â Dass die Grenzrate der Substitution (GRS) dem Grenznutzenverhältnis von Freizeit und Konsum entspricht, lässt sich unter Heranziehung des totalen Differenzials der Nutzenfunktion einsehen. Dieses beträgt d U = U F ( C , F ) d F + U C ( C , F ) d C {\displaystyle \!\,\mathrm {d} U=U_{F}(C,F)\mathrm {d} F+U_{C}(C,F)\mathrm {d} C} . Da d U {\displaystyle \mathrm {d} U} fĂźr eine Indifferenzkurve definitionsgemäà null beträgt, resultiert die Gleichung U F ( C , F ) d F + U C ( C , F ) d C = 0 {\displaystyle \!\,U_{F}(C,F)\mathrm {d} F+U_{C}(C,F)\mathrm {d} C=0} , welche nach d C / d F {\displaystyle \mathrm {d} C/\mathrm {d} F} â der bereits ermittelten Steigung der Budgetgeraden, mit der ja gleichgesetzt werden soll â aufgelĂśst werden kann. Dies fĂźhrt auf W = G R S = d C d F = U F ( C , F ) U C ( C , F ) {\displaystyle \!\,W=GRS={\frac {\mathrm {d} C}{\mathrm {d} F}}={\frac {U_{F}(C,F)}{U_{C}(C,F)}}} , also genau den Quotienten der Grenznutzen von Freizeit und Konsum.
cite-note-88. â Franz 2008, S. 30. Vgl. auch Alfred Endres und JĂśrn Martiensen: MikroĂśkonomik. Eine integrierte Darstellung traditioneller und moderner Konzepte in Theorie und Praxis. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019778-7, S. 170.
cite-note-99. â Die nachfolgende Darstellung der Zweigestalt des Einkommenseffektes folgt Varian 2006, S. 174 ff.; ähnlich Cahuc / Zylberberg 2004, S. 10f.
cite-note-1010. â Vgl. Varian 2006, S. 175 f., Wagner / Jahn 2004, S. 22 und Zerche / SchĂśning / Klingenberger 2000, S. 193.
cite-note-1111. â Vgl. Ehrenberg/Smith 1997, S. 184, zur Beobachtung abnehmender Arbeitszeit ab einer gewissen EinkommenshĂśhe auch Cahuc / Zylberberg 2004, S. 12. Eine ausfĂźhrliche (modellgebundene) analytische Untersuchung des Kurvenverlaufs findet sich beispielsweise bei Thorsten Hens und Paolo Pamini: GrundzĂźge der analytischen MikroĂśkonomie. Springer, Berlin und Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-28157-3, insbesondere S. 59 ff.
cite-note-1212. â Als weitere Präzisierung spricht man bei | Ďľ Ďľ | < 1 {\displaystyle |\epsilon |<1} von einer unelastischen Arbeitsangebotskurve, bei | Ďľ Ďľ | > 1 {\displaystyle |\epsilon |>1} von einer elastischen. Ein analoges Konzept existiert auch fĂźr die Reaktion des Arbeitsangebots auf Ănderungen des gesamten Einkommens Y {\displaystyle Y} . Diese Einkommenselastizität der Arbeit ist entsprechend gegeben durch Ρ Ρ = Î Î H â â / H â â Î Î Y / Y = Î Î H â â Î Î Y â
â
Y H â â {\displaystyle \eta ={\frac {\Delta H^{*}/H^{*}}{\Delta Y/Y}}={\frac {\Delta H^{*}}{\Delta Y}}\cdot {\frac {Y}{H^{*}}}}
cite-note-1515. â Vgl. Cahuc / Zylberberg 2004, S. 35â38. Siehe auch unter anderem Jeremy A. Hausman: The econometrics of labor supply on convex budget sets. In: Economics Letters. 3, Nr. 2, 1979, S. 171â174, doi:10.1016/0165-1765(79)90112-5; Ders.: Taxes and Labor Supply. In: Alan J. Auerbach, Martin Feldstein (Hrsg.): Handbook of Public Economics. Bd. 1, Elsevier Science Publishers, North-Holland 1985, ISBN 0-444-87667-7, S. 213â263, doi:10.1016/S1573-4420(85)80007-0 (digitalisierte Version); Richard Blundell und Thomas Macurdy: Labor supply: A review of alternative approaches. In: Orley C. Ashenfelter und David Card (Hrsg.): Handbook of Labor Economics. Bd. 3, Teil A, Elsevier Science Publishers, North-Holland 1999, ISBN 0-444-50187-8, S. 1559â1695, doi:10.1016/S1573-4463(99)03008-4 (digitalisierte Version)
cite-note-1616. â Vgl. Franz 2006, S. 103.
cite-note-1717. â Vgl. Cahuc / Zylberberg 2004, S. 172.
cite-note-1818. â Vgl. Sesselmeier / Blauermel 1998, S. 50; Cahuc / Zylberberg 2004, S. 172.
cite-note-1919. â Vgl. Wagner / Jahn 2004, S. 26 ff. sowie Gunther Markwardt: Arbeitsmarkttheorie. Internet Archivlink (Memento vom 21. Mai 2009 im Internet Archive) (17. Juni 2010).
cite-note-2020. â Dies ist auch hinreichend, denn Î Î L L = P â
â
F âł ( L ) < 0 {\displaystyle \Pi _{LL}=P\cdot F\!\,''(L)<0} . Dies folgt aus Bedingung (3).
cite-note-2121. â Teilweise ist auch die Bezeichnung âbewertete (Faktor)grenzproduktivitätâ in Gebrauch.
cite-note-2222. â Denn: W = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) + Q â
â
Q Ⲡ( L ) â
â
P Ⲡ( Q ) = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) â
â
( 1 + Q P ( Q ) â
â
P Ⲡ( Q ) ) = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) â
â
( 1 + Q P ( Q ) â
â
d P d Q â â ⥠⥠1 / Ρ Ρ ) {\displaystyle {\begin{aligned}W&=P(Q)\cdot F\!\,'(L)+Q\cdot Q'(L)\cdot P'(Q)=P(Q)\cdot F\!\,'(L)\cdot \left(1+{\frac {Q}{P(Q)}}\cdot P'(Q)\right)\\&=P(Q)\cdot F\!\,'(L)\cdot \left(1+\underbrace {{\frac {Q}{P(Q)}}\cdot {\frac {dP}{dQ}}} _{\equiv 1/\eta }\right)\end{aligned}}}
cite-note-2323. â Man kann natĂźrlich auch den ersten Ausdruck fĂźr die Maximierungsbedingung betrachten. Weil P Ⲡ( Q ) {\displaystyle P\!\,'(Q)} nach den GesetzmäĂigkeiten von Angebot und Nachfrage negativ ist (je hĂśher die angebotene Menge, desto geringer der Preis), ist W = P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) + Q â
â
Q Ⲡ( L ) â
â
P Ⲡ( Q ) â â < 0 < P ( Q ) â
â
F Ⲡ( L ) {\displaystyle W=P(Q)\cdot F\!\,'(L)+\underbrace {Q\cdot Q'(L)\cdot P'(Q)} _{<0}<P(Q)\cdot F\!\,'(L)}
cite-note-2424. â Vgl. Ehrenberg/Smith 1997, S. 72 f.
cite-note-2525. â Hierzu Wagner / Jahn 2004, S. 36â41.
cite-note-2626. â Vgl. Cahuc / Zylberberg 2004, S. 12.
cite-note-2929. â Dale T. Mortensen: A Theory of Wage and Employment Dynamics. In: E. S. Phelps (Hrsg.): Microeconomic Foundations of Employment and Inflation Theory. New York 1970 (W. W. Norton), S. 124â166.
cite-note-3030. â Annahmen und Formeln folgen dem von Franz 2006, S. 211â215 beschriebenen Modell.
cite-note-3131. â Vgl. Smith 2003, Kap. 9.
cite-note-3939. â Pissarides 2000, Kap. 1.
cite-note-4040. â Economic Sciences Prize Committee of the Royal Swedish Academy of Sciences: Markets with Search Frictions. Scientific Background on the Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2010. Stockholm 2010, Internet http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2010/advanced-economicsciences2010.pdf (abgerufen am 11. Februar 2012).
cite-note-4141. â FĂźr die Zwecke dieses Artikels irrelevant, aber fĂźr auf dem Modell aufbauende Anwendungen essentiell ist die ZusammenfĂźhrung dieser beiden Gleichungen, also von r W = w + Îť Îť ( U â â W ) {\displaystyle rW=w+\lambda (U-W)} und r U = z + θ θ q ( θ θ ) ( W â â U ) {\displaystyle rU=z+\theta q(\theta )(W-U)} . Die beiden Gleichungen implizieren zunächst r W â â r U = w â â z + Îť Îť ( U â â W ) â â θ θ q ( θ θ ) ( W â â U ) = w â â z + [ â â Îť Îť â â θ θ q ( θ θ ) ] ( W â â U ) {\displaystyle rW-rU=w-z+\lambda (U-W)-\theta q(\theta )(W-U)=w-z+[-\lambda -\theta q(\theta )](W-U)} . Daraus folgt wiederum ( W â â U ) [ r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) ] = w â â z âš âš W â â U = w â â z r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle (W-U)[r+\lambda +\theta q(\theta )]=w-z\implies W-U={\frac {w-z}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}} womit r W = w â â Îť Îť w â â z r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) = w [ r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) ] â â Îť Îť ( w â â z ) r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) = Îť Îť z + [ r + θ θ q ( θ θ ) ] w r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle rW=w-\lambda {\frac {w-z}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}={\frac {w[r+\lambda +\theta q(\theta )]-\lambda (w-z)}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}={\frac {\lambda z+[r+\theta q(\theta )]w}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}} und r U = z + θ θ q ( θ θ ) w â â z r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) = z [ r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) ] + θ θ q ( θ θ ) ( w â â z ) r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) = ( r + Îť Îť ) z + θ θ q ( θ θ ) w r + Îť Îť + θ θ q ( θ θ ) {\displaystyle rU=z+\theta q(\theta ){\frac {w-z}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}={\frac {z[r+\lambda +\theta q(\theta )]+\theta q(\theta )(w-z)}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}={\frac {(r+\lambda )z+\theta q(\theta )w}{r+\lambda +\theta q(\theta )}}} .
cite-note-4242. â Danach gilt fĂźr ein durch B = ( U , d ) {\displaystyle {\mathcal {B}}=({\mathcal {U}},d)} gegebenes Verhandlungsspiel (mit d = ( d 1 , d 2 ) {\displaystyle d=(d_{1},d_{2})} dem Garantienutzen): Ist d 1 = d 2 {\displaystyle d_{1}=d_{2}} , dann folgt aus ( u 2 , u 1 ) â â B â â ( u 1 , u 2 ) â â B {\displaystyle (u_{2},u_{1})\in {\mathcal {B}}\Leftrightarrow (u_{1},u_{2})\in {\mathcal {B}}} direkt f 1 ( B ) = f 2 ( B ) {\displaystyle f_{1}({\mathcal {B}})=f_{2}({\mathcal {B}})} . Vgl. hierzu auch der Artikel VerhandlungslĂśsung.
cite-note-4343. â arg ⥠⥠max ( â
â
) {\displaystyle \arg \max(\cdot )} bezeichnet das Argument des Maximums.
cite-note-4444. â Folgt aus der genannten notwendigen Bedingung (unter BerĂźcksichtigung von V = 0 {\displaystyle V=0} im Gleichgewicht) zusammen mit J = c y / q ( θ θ ) {\displaystyle J=cy/q(\theta )} und r U = z + θ θ q ( θ θ ) ( W â U ) {\displaystyle rU=z+\theta q(\theta )(W{\text{â}}U)} (siehe oben).
cite-note-4545. â Siehe Pissarides 2000, S. 20 fĂźr Details.
cite-note-4747. â Wagner / Jahn 2004, S. 64.
cite-note-5050. â Siehe zum Beispiel Pissarides 2000, Kap. 4.
cite-note-5151. â Beispiele umfassen Dale T. Mortensen, Christopher A. Pissarides: Unemployment Responses to âSkill-Biasedâ Technology Shocks: The Role of Labour Market Policy. In: The Economic Journal. 109, Nr. 455, 1999, S. 242â265, doi:10.1111/1468-0297.00431; Daron AcemoÄlu: Changes in Unemployment and Wage Inequality: An Alternative Theory and Some Evidence. In: American Economic Review. 89, Nr. 5, 1999, S. 1259â1278, doi:10.1257/aer.89.5.1259; Ders.: Good Jobs versus Bad Jobs. In: Journal of Labor Economics. 19, Nr. 1, 2001, S. 1â21, doi:10.1086/209978; James Albrecht und Susan Vroman: A Matching Model with Endogenous Skill Requirements. In: International Economic Review. 43, Nr. 1, 2002, S. 283â305, doi:10.1111/1468-2354.t01-1-00012.
cite-note-5454. â Vgl. Moen ibid.; ausfĂźhrlich auch zu Abwandlungen Dale T. Mortensen, Christopher A. Pissarides: New developments in models of search in the labor market. In: Handbook of Labor Economics. Bd. 3, Teil B, 1999, ISBN 0-444-50188-6, doi:10.1016/S1573-4463(99)30025-0 (digitalisierte Version), S. 2567â2627, hier S. 2589 ff.